12. Juli, 2024

Politik

Diplomatisches Tauziehen: USA Verärgert über Netanjahus Kritik

Diplomatisches Tauziehen: USA Verärgert über Netanjahus Kritik

Die jüngsten Äußerungen von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu haben die US-Regierung abermals verärgert. Netanjahus Videobotschaft wurde vom Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, als "verblüffend", "enttäuschend" und "ärgerlich" bezeichnet. Kirby betonte, dass kein anderes Land Israel so sehr bei der Verteidigung gegen Bedrohungen durch die Hamas unterstütze. Netanjahu hatte in einer am Dienstag veröffentlichten Videoansprache scharfe Kritik an die US-Regierung gerichtet, da diese Waffenlieferungen an Israel zurückgehalten habe. US-Außenminister Antony Blinken wurde in dem Video direkt angesprochen. Blinken und andere US-Regierungsvertreter wiesen Netanjahus Anschuldigungen entschieden zurück und betonten, dass es lediglich eine pausierte Lieferung gebe. Diese betraf bestimmte Bomben, deren Einsatz in dicht besiedelten Gebieten wie Rafah im Süden Gazas Bedenken hervorgerufen hatte. Am Donnerstagabend legte der israelische Ministerpräsident nach: "Ich bin bereit, persönliche Angriffe zu ertragen, solange Israel von den USA die Munition erhält, die es im Krieg um seine Existenz braucht." Die Spannungen zwischen Netanjahu und der US-Regierung unter Präsident Joe Biden bestehen jedoch schon länger. Wiederholt äußerten Biden und andere hochrangige US-Regierungsvertreter deutliche Kritik an Netanjahus Vorgehen im Gaza-Konflikt, vor allem angesichts der hohen Zahl ziviler Opfer und der humanitären Lage im Gazastreifen.