17. Juli, 2024

Technologie

Digitalisierung der Schiene: Deutsche Bahn nimmt erstes digitales Stellwerk in Donauwörth in Betrieb

Digitalisierung der Schiene: Deutsche Bahn nimmt erstes digitales Stellwerk in Donauwörth in Betrieb

Die Deutsche Bahn (DB) hat in Donauwörth, Schwaben, das erste digitale Stellwerk an einer Hochgeschwindigkeitsstrecke eröffnet. Mit dieser hochmodernen Technologie werden zwei über 60 Jahre alte Relaisstellwerke in Meitingen und Mertingen abgelöst. Auf der wichtigen ICE-Strecke zwischen München, Augsburg und Nürnberg können Züge nun abschnittsweise Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern erreichen. Die Umsetzung des Projekts kostete laut DB insgesamt 75 Millionen Euro und wurde von der Bahn in Zusammenarbeit mit dem Bund und dem Land Bayern finanziert.

Das digitale Stellwerk in Donauwörth dient als sogenanntes Vorserienprojekt, um verschiedene Komponenten zu testen und deren flächendeckenden Einsatz vorzubereiten. Das Unternehmen plant, die Leit- und Sicherungstechnik der Schieneninfrastruktur bis zum Jahr 2035 umfassend zu modernisieren und zu digitalisieren. Diese „Digitale Schiene“ soll es ermöglichen, dass Züge voll automatisiert und in kürzeren Abständen fahren, was die Kapazität des Netzes erheblich steigern wird.

DB-Infrastrukturvorstand Berthold Huber betont, dass mit dem neuen digitalen Stellwerk in Donauwörth erstmals Signale online gesteuert werden können, was der Bahn eine europaweite Vorreiterrolle einbringt. Die neue Technik bietet nicht nur mehr Kapazität, sondern ist auch wartungsfreundlicher und dadurch zuverlässiger. Dies führt zu einer höheren Pünktlichkeit und zusätzlichen Zügen sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr.

Insgesamt betreibt die Netztochter der DB rund 2.600 Stellwerke mit unterschiedlicher Technik bis hin zu über 100 Jahre alten Systemen. Weitere Modellprojekte für digitale Stellwerke laufen an den Strecken Koblenz-Trier, in Warnemünde an der Ostsee sowie im Harz-Weser-Netz zwischen Braunschweig und Göttingen.