12. April, 2024

Wirtschaft

Digitale Gesundheit im Fokus: Bertelsmann streckt Fühler nach US-Markt aus

Digitale Gesundheit im Fokus: Bertelsmann streckt Fühler nach US-Markt aus

Inmitten eines Wandels von analogen zu digitalen Leistungen kündigt Bertelsmann, bekannt für seine starken Medien- und Buchsparten, Ambitionen im Bereich der digitalen Gesundheitsdienstleistungen an. Laut Thomas Rabe, dem Vorstandsvorsitzenden des internationalen Konzerns, richtet das Unternehmen sein Augenmerk verstärkt auf diesen Sektor, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Er prognostiziert für diesen Markt bedeutende Wachstumsmöglichkeiten.

Die geplante Erweiterung könnte Services wie Abrechnungsdienstleistungen für Kliniken umfassen, wobei Rabe betont, dass ein Markteinstieg höchstwahrscheinlich über Akquisitionen erfolgen würde. Er schließt nicht aus, dass es noch im laufenden Kalenderjahr zu entsprechenden Unternehmenskäufen kommen könnte. Ziel sei es, die Diversifizierung Bertelsmanns zu stärken, die bereits bestehenden Engagements im Gesundheitssektor wie die Ausbildungs- und Logistiksparten zu ergänzen und so das Unternehmen robuster aufzustellen.

Die Präsenz in den USA, wo Bertelsmann bereits als zweitgrößter Einzelmarkt agiert, wird als strategisch wichtig erachtet – mit der Vision, diesen binnen zwei bis drei Jahren als Hauptmarkt für den Konzern zu etablieren. Ebenso sind Wachstumspläne in Ländern wie Indien, Brasilien und Mexiko angedacht.

Die wirtschaftliche Lage von Bertelsmann bestätigt die Stabilität des Konzerns: Die Umsatzzahlen des Jahres 2023 halten sich mit 20,2 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen liegt mit 3,1 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahresergebnis, wobei Zuwächse im Bildungs- und Dienstleistungssegment einen Rückgang bei der RTL Group kompensieren konnten. Der Konzerngewinn stieg auf 1,3 Milliarden Euro, auch dank des Verkaufs der Beteiligung am Callcenter-Dienstleister Majorel.

Im Zuge der Neuausrichtung hat Bertelsmann außerdem den Tiefdruckstandort Ahrensburg geschlossen – ein Schritt, der das Ende einer Ära bedeutet, da auch andere Standorte in Deutschland und Großbritannien zuvor geschlossen wurden. Während Veränderungen anstehen, bleibt das Engagement bei der 'Sächsischen Zeitung' im Umbruch – die Anteile sollen an die Madsack Mediengruppe veräußert werden. Im Gegensatz dazu will Bertelsmann langfristig an der Beteiligung am Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' festhalten.