28. Februar, 2024

Märkte

Die Entspannung auf dem Energiemarkt: Stabile Preise trotz Wegfall des Bundeszuschusses

Die Entspannung auf dem Energiemarkt: Stabile Preise trotz Wegfall des Bundeszuschusses

Trotz des Auslaufens des staatlichen Zuschusses für Netzentgelte lässt sich bei deutschen Energiekunden voraussichtlich nur ein moderater Anstieg der Stromkosten verzeichnen. Mehrere Energieanbieter haben sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dafür ausgesprochen, dass sie die entstehenden Mehrkosten zunächst nicht an die Verbraucher weiterreichen werden. Zu diesen Versorger zählt unter anderem der Energiegigant Eon, der etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland mit Strom beliefert. Eon behält sich eine spätere Anpassung der Tarife offen, hat bislang aber noch keine finale Entscheidung dazu getroffen.

In einer Entwicklung, die die Verbraucher zusätzlich beruhigen dürfte, erklärten auch Stadtwerke in verschiedenen Städten, darunter Leipzig, Dresden, Hannover und Nürnberg, dass sie vorhaben, ihre Preise trotz erhöhter Netzentgelte gleichbleibend zu gestalten.

Einzelne Anbieter gehen sogar noch weiter und erwägen eine Reduktion der Strompreise für ihre Kunden. Hierfür verantwortlich sind die gesunkenen Beschaffungskosten für Strom. Diese Perspektive kam im Rahmen einer Umfrage der dpa zutage, welche 26 Versorger und Stadtwerke im gesamten Bundesgebiet umfasste, wobei viele davon keine genauen Angaben über ihre zukünftige Preisstrategie machten.

Die Ampelkoalition hatte im vergangenen Dezember beschlossen, den Bundeszuschuss zum Netzentgelt, der mit 5,5 Milliarden Euro beziffert wird, ab dem Jahr 2024 einzustellen. Die vier großen Fernleitungsbetreiber Tennet, Amprion, 50Hertz und Transnet BW reagierten darauf mit der Ankündigung, die Netzentgelte zum Jahreswechsel nahezu zu verdoppeln – von 3,1 auf 6,4 Cent pro Kilowattstunde. Da die Netzentgelte in der Regel auf die Kundenpreise umgelegt werden, hätte dies prinzipiell zu spürbaren Erhöhungen führen können.