22. April, 2024

Wirtschaft

DFB-Ausrüsterwechsel: Nike löst Adidas nach Jahrzehnten ab

DFB-Ausrüsterwechsel: Nike löst Adidas nach Jahrzehnten ab

In einer bemerkenswerten Wendung in der Welt des Sportmarketings hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) einen richtungsweisenden Beschluss gefasst, der als unvermeidlich erachtet wird. Laut Christoph Breuer, Sportökonom und Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln, war der Wechsel des Ausrüsters von Adidas zu Nike für den DFB eine Entscheidung ohne Alternative. Vor dem Hintergrund, dass durch diesen Schritt nahezu die doppelte Summe für mindestens acht Jahre gesichert scheint, empfindet Breuer die Entscheidung als geradezu zwingend erforderlich. Noch dringlicher erscheint sie ihm angesichts der finanziellen Lage des DFB, der zu sparsamen Haushaltsführung gezwungen ist.

Markus Kurscheidt, ein Kollege Breuers an der Universität Bayreuth, betonte gegenüber der 'Augsburger Allgemeinen' die wirtschaftliche Verantwortung, die der DFB mit dieser Entscheidung übernimmt. Transparenz über die Verwendung der erhöhten Mittel für Nachwuchs- und Amateurfußball könnte für größeres Verständnis in der Öffentlichkeit sorgen, so Kurscheidt.

Die seit mehr als sieben Jahrzehnten bestehende Partnerschaft mit Adidas wird 2026 enden, um von 2027 bis Ende 2034 Platz für Nike zu machen. Wie das 'Handelsblatt' berichtet, dürfte Nike dem Verband jährlich mehr als 100 Millionen Euro zahlen, eine Verdoppelung im Vergleich zu den bisherigen Zahlungen von Adidas.

Der Sportartikelmarkt ist bekannt für seine wenigen, aber dafür umso marktdominanteren Akteure, zu denen Nike als führende Kraft, gefolgt von Adidas und mit größerem Abstand Puma zählt. Breuer zufolge sind Unternehmen in solchen Märkten bestrebt, konkurrierende Marken auszustechen und den eigenen Namen zu stärken, und scheuen dabei nicht davor zurück, zusätzlich zu investieren. Überraschend für ihn sind allerdings die Reaktionen aus der Politik zum Ausrüsterwechsel, die nach seiner Ansicht wohlfahrtsökonomisch durchaus positiv zu bewerten sind, insbesondere da ein Großteil der Adidas-Aktionärsstruktur nicht mehr als 'deutsch' betrachtet werden kann.