25. Februar, 2024

Politik

Deutschlands Verteidigungsbereitschaft: Bevölkerung signalisiert überwiegend Zustimmung

Deutschlands Verteidigungsbereitschaft: Bevölkerung signalisiert überwiegend Zustimmung

Die deutsche Bevölkerung steht den Plänen der Bundesregierung für eine intensivierte Verteidigungspolitik weitestgehend positiv gegenüber. Eine Erhebung von PwC offenbart, dass 68 Prozent der Bürgerinnen und Bürger den Ausbau der Verteidigungsfähigkeit begrüßen. Trotz dessen, dass Olaf Scholz eine "Zeitenwende" verkündet hat, sehen 63 Prozent der Deutschen noch keinen substanziellen Wandel in der Bundeswehr. Die Mehrheit der Studienteilnehmer ist auch der Ansicht, dass höhere Verteidigungsausgaben von mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts gerechtfertigt sind, obwohl dies bei 31 Prozent auf Skepsis stößt.

Die Anfang 2024 durchgeführte Befragung, an der jeweils 500 Männer und Frauen zwischen 18 und 65 Jahren teilnahmen, folgt einer vorhergehenden Studie aus dem Vorjahr und zeigt die Konstanz der Bedenken bezüglich der Sicherheitslage. Wolfgang Zink von PwC Deutschland hebt hervor, dass die aktuelle Lage weiterhin große Sorgen erregt und ein verstärktes Bedürfnis nach Sicherheitsmaßnahmen besteht.

Die Verstärkung der Truppenpräsenz an der Nato-Ostflanke, namentlich die deutsche Kampfbrigade in Litauen, wird von 58 Prozent als notwendig erachtet. Eine positive Haltung gegenüber der Bundeswehr schwindet allerdings: Während 2022 noch mehr als die Hälfte der Befragten die Streitkräfte wohlwollend sah, waren es diesen Jahres nur noch 45,5 Prozent.

Hinsichtlich der langfristigen Verteidigung der Ukraine gegen Russland mit westlicher Unterstützung überwiegt bei den Deutschen Pessimismus: lediglich 39 Prozent sehen Erfolgschancen. Vor allem wird die Zuverlässigkeit der USA unter einer potenziellen Präsidentschaft Donald Trumps in Frage gestellt: Nur 22,4 Prozent der Befragten vertrauen darauf, dass die Abschreckungspolitik wie bisher fortgesetzt würde, während fast 60 Prozent eine Reduktion des Engagements für die Ukraine erwarten.

Darüber hinaus empfindet die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger (69,5 Prozent) eine Verschärfung der inländischen Sicherheitslage, hervorgerufen durch den Krieg im Nahen Osten, während ungefähr die Hälfte (52,1 Prozent) den Schutz durch die Sicherheitsbehörden als unzureichend einstuft. Des Weiteren sehen 76,2 Prozent Deutschland angesichts des aktuellen Zuwanderungsaufkommens als (tendenziell) überlastet an. Demgemäß plädieren 81 Prozent für eine effektivere Eindämmung illegaler Migration und 76,5 Prozent befürworten verstärkte Grenzkontrollen an den EU-Außengrenzen, um Einreisende ohne Berechtigung und mögliche Terroristen abzuwehren.