Deutschland plant, den Dialog mit Vertretern der Hayat Tahrir al-Sham (HTS) in Damaskus aufzunehmen, wie das Auswärtige Amt bekanntgab. Diese Initiative erfolgt im Schulterschluss mit den Vereinigten Staaten und Großbritannien, nachdem die islamistische Gruppierung den Sturz von Syriens Präsident Baschar al-Assad angeführt hat. Im ersten Gespräch der deutschen Diplomaten mit der von HTS eingesetzten Übergangsregierung wird es um einen Übergangsprozess für Syrien sowie den Schutz von Minderheiten gehen, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amts mit. Zudem werde die Möglichkeit einer diplomatischen Präsenz in Damaskus sondiert. Der Sprecher betonte, dass Berlin die Entwicklungen bei HTS aufmerksam verfolgt, insbesondere vor dem Hintergrund der ideologischen Wurzeln der Gruppe, die auf al-Qaida zurückgehen. Bisher habe die Gruppierung besonnen agiert, so der Sprecher, deren Rebellen Anfang des Monats Präsident Assad stürzten und damit einen 13-jährigen Konflikt beendeten. Dieser Konflikt führte zur Flucht von rund einer Million syrischer Flüchtlinge nach Deutschland. Mit dem Ende der Auseinandersetzungen wird in Deutschland nun debattiert, wie das Asylverfahren in Hinblick auf Syrer gestaltet werden soll – diese Verfahren sind zurzeit pausiert, bis die Situation im Heimatland neu bewertet wird. Deutschland kooperiert eng mit Partnern wie den USA, Frankreich und Großbritannien sowie arabischen Staaten in Fragen zu Syrien, erklärte der Ministeriumssprecher weiter.
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Deutschland sucht diplomatischen Dialog mit Hayat Tahrir al-Sham in Syrien