23. Juni, 2024

Wirtschaft

Deutschland stoppt vorerst Anwerbung brasilianischer Pflegekräfte

Deutschland stoppt vorerst Anwerbung brasilianischer Pflegekräfte

Die Bundesagentur für Arbeit hat die Rekrutierung brasilianischer Pflegefachkräfte nach Deutschland vorübergehend eingestellt. Grund für diesen Schritt sind Bedenken der aktuellen brasilianischen Regierung hinsichtlich der bestehenden Vermittlungsvereinbarung sowie Unklarheiten über den tatsächlichen Überschuss an Pflegekräften in Brasilien, wie eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums mitteilte. Bis Ende 2023 war die Bundesagentur im Rahmen dieser Absprache mit dem brasilianischen Pflegeverband 'Conselho Federal de Enfermagem' aktiv. Die Zeitung 'Welt' berichtete als Erste über die Aussetzung der Vereinbarung und verwies dabei auf Beschwerden brasilianischer Pflegekräfte. Im Sommer 2022 hatten Außenministerin Annalena Baerbock und Arbeitsminister Hubertus Heil während einer Lateinamerika-Reise verstärkte Kooperationen mit Brasilien im Pflegebereich initiiert. Brasilien, das größte Land Südamerikas, ist bereits der bedeutendste Handelspartner Deutschlands auf dem Kontinent. Die Bundesagentur für Arbeit hielt damals die jährliche Anwerbung von bis zu 700 Pflegekräften für möglich. Gemäß dem brasilianischen Berufsverband gibt es im Land 2,5 Millionen Pflegekräfte. Die Bundesagentur rekrutiert seit 2018 brasilianische Pflegeexpertise für den deutschen Markt. Der Grund für die jetzige Pause ist laut Arbeitsministerium, sicherzustellen, dass die Rekrutierung nicht zulasten des brasilianischen Arbeitsmarktes erfolgt. Es sei wichtig, dass jede Anwerbung den Prinzipien fairer Mobilität entspricht, was bedeutet, dass keine Pflegekräfte entgegen der Interessen ihres Herkunftslandes abgeworben werden und ein Verlust dringend benötigter Fachkräfte vermieden wird.