28. Februar, 2024

Wirtschaft

Deutscher Bankensektor konfrontiert mit Fachkräftemangel

Deutscher Bankensektor konfrontiert mit Fachkräftemangel

Das Phänomen des Fachkräftemangels macht vor der deutschen Bankenlandschaft keinen Halt – trotz einer gegenläufigen Entwicklung der Mitarbeiterzahlen in den vergangenen Jahren. Die Statistiken zeichnen ein Bild stetiger Reduzierung: Innerhalb eines Jahrzehnts ist die Anzahl der Bankangestellten um fast 100.000 auf rund 510.000 geschrumpft. Darüber hinaus hat die Deutsche Bank den Plan, ihr Personal weiter zu reduzieren.

In Zeiten fortschreitender Digitalisierung und der Erwartung, dass künstliche Intelligenz in dieser Branche eine immer wichtigere Rolle einnehmen wird, könnten einige davon ausgehen, dass der Bedarf an Fachkräften nachlassen würde. Doch dieser Trend scheint den aktuellen Herausforderungen nur bedingt entgegenzuwirken. Es wird immer mehr zur Normalität, dass Kundinnen und Kunden ihre Bankgeschäfte online erledigen, und auch die Zahl der Filialschließungen dürfte in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Trotzdem mildert dies den Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte nur ab und löst nicht das eigentliche Problem.

Ein Manko, das sich jetzt als Bumerang erweist, ist der anhaltend schlechte Ruf der Finanzindustrie, der sich immer noch aus den Nachwehen der Finanzkrise zieht – ein Krisenimage, das über ein anderthalbes Jahrzehnt alt ist. Doch die Versäumnisse reichen tiefer, denn ein besonders kritischer Punkt ist die historische Vernachlässigung der Förderung von Frauen in der Branche. Diese Versäumnisse zeigen nun Wirkung und erschweren es den Instituten zusätzlich, dringend benötigtes Fachpersonal zu gewinnen.

Die Herausforderungen sind komplex und es wird sich zeigen müssen, wie die deutsche Bankenwelt auf den zunehmenden Fachkräftemangel reagieren wird.