17. Juli, 2024

Technologie

Deutsche SARah-Satelliten defekt?

Nur sechs Monate nach ihrem Start ins All, zeigen die deutschen SARah-Satelliten der Bundeswehr bereits ernsthafte Funktionsstörungen.

Deutsche SARah-Satelliten defekt?
Die SARah-Satelliten der Bundeswehr, entwickelt zur Verbesserung der geospatialen Aufklärung, sind aufgrund technischer Defekte funktionsunfähig, was Fragen zur Zuverlässigkeit der verwendeten Technologien aufwirft.

Trotz der hohen Erwartungen und der strategischen Bedeutung dieser Satelliten für die nationale Sicherheit, kämpfen die Ingenieure des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB mit technischen Problemen, die eine erfolgreiche Mission in Frage stellen.

Satelliten-Start 2.0 – SARah auf dem Weg ins All
Von der Vandenberg Space Force Base im US-amerikanischen Kalifornien sind zwei Satelliten am 24. Dezember 2023 ins All gestartet.

Ungeklärte Defekte

Die SARah-Satelliten, die eigentlich detaillierte Radarbilder der Erde liefern sollten, können aufgrund eines nicht näher spezifizierten Defekts ihre Hauptfunktion nicht erfüllen.

Die Erwartungen waren hoch, denn die Satelliten sollten eine verbesserte Aufklärungsfähigkeit bieten, die wetterunabhängig und zu jeder Tageszeit funktioniert.

Dieser Zustand könnte langfristige Auswirkungen auf die operative Kapazität der Bundeswehr haben.

Bundeswehr und Industrie suchen nach Notlösungen

Angesichts der möglichen dauerhaften Beeinträchtigung der Satelliten arbeiten die Bundeswehr und OHB bereits an Notfallplänen.

Ein gleichzeitiger Ausfall beider SARah-Satelliten deutet auf mögliche systemische Mängel im Design oder in der Fertigung hin, was die Notwendigkeit gründlicherer Tests vor dem Einsatz solch kritischer Technologien unterstreicht.

Diese Bemühungen verdeutlichen die Dringlichkeit der Situation und das hohe Risiko, das mit solch komplexen technologischen Unternehmungen verbunden ist.

Kritik an Systemfehlern und finanziellen Risiken

Die gleichzeitige Fehlfunktion beider Satelliten wirft Fragen nach systematischen Fehlern und der Qualitätssicherung bei OHB auf.

Kritiker, wie der verteidigungspolitische Sprecher der Union, Florian Hahn, betonen das finanzielle und sicherheitsrelevante Desaster, das dieser Vorfall für Deutschland bedeutet.

Die Regelung, dass die Bundeswehr nur bei funktionierendem System zahlen muss, könnte zumindest finanzielle Schäden begrenzen.

Techniker und Ingenieure von OHB und der Bundeswehr arbeiten unter Hochdruck an Lösungen, um die nicht entfalteten Antennen der Satelliten, eine Schlüsselkomponente für ihre Funktionalität, zu reparieren.

Die Zukunft der deutschen Weltraumüberwachung

Während OHB und die Bundeswehr um Lösungen ringen, steht die Effektivität des gesamten SARah-Programms, das die seit 2007 laufenden SAR-Lupe-Satelliten ablösen sollte, auf dem Spiel.

Diese Entwicklung könnte die Pläne der Bundeswehr, ihre Überwachungskapazitäten aus dem Weltraum zu erweitern, ernsthaft gefährden und zwingt zu einer Neubewertung der strategischen Ausrichtung in der Satellitentechnologie.