14. Juli, 2024

Wirtschaft

Deutsche Post setzt verstärkt auf Automaten – Neuer Gesetzesimpuls fördert Ausbau

Deutsche Post setzt verstärkt auf Automaten – Neuer Gesetzesimpuls fördert Ausbau

Die Deutsche Post setzt zunehmend auf die Nutzung von Automaten und hat die Anzahl ihrer Poststationen im Vergleich zum Vorjahr drastisch erhöht. Mit rund 700 Poststationen, was einem Zuwachs von etwa 600 innerhalb eines Jahres entspricht, zielt der Bonner Konzern darauf ab, den Kontakt zu seinen Kunden effizienter und flexibler zu gestalten.

Poststationen bieten vielfältige Services wie die Abgabe und Abholung von Paketen, den Kauf von Briefmarken und den Einwurf von Briefen. Zudem steht eine Videoberatung zur Verfügung. Im Gegensatz dazu existieren reine Paketstationen, sogenannte Packstationen, die ausschließlich für den Paketverkehr genutzt werden können. Derzeit betreibt die Deutsche Post etwa 13.300 solcher Packstationen – ein Anstieg von einem Drittel gegenüber Juni 2022.

„Wir möchten unser Automaten-Netz auch in Zukunft bedarfsgerecht ausbauen, da sie bei unseren Kunden sehr beliebt sind“, so ein Unternehmenssprecher. Die Automaten sind rund um die Uhr verfügbar, was sie besonders attraktiv macht, da sie nicht an die Öffnungszeiten traditioneller Filialen gebunden sind.

Der geplante Ausbau könnte durch ein neues Postgesetz beschleunigt werden, das Poststationen als „Universaldienstfilialen“ anerkennt. Damit können diese Automaten künftig auf die gesetzlich geforderte Anzahl von mindestens 12.000 Filialen in Deutschland angerechnet werden. Zuletzt hatte die Deutsche Post Schwierigkeiten, diese Anforderung zu erfüllen, was unter anderem am Rückgang lokaler Einzelhändler liegt, die als traditionelle Partner fungieren.

Das neue Gesetz legt jedoch auch fest, dass das Verhältnis von Filialen zu Automaten angemessen bleiben muss, wobei die genaue Definition dieser Angemessenheit offen bleibt. Die kommunalen Behörden und die Bundesnetzagentur haben ein Mitspracherecht bei der Umstellung von Filialen auf Automaten. Erste Äußerungen aus der Bundesnetzagentur deuten darauf hin, dass man dort keine Hindernisse für die Pläne der Deutschen Post sieht. Der Behördenchef Klaus Müller begrüßt den Ausbau unter der Voraussetzung, dass die Automaten bedienungsfreundlich sind. „Das ist ein Fortschritt für die Verbraucherinnen und Verbraucher“, betont Müller.

Für viele Postkunden dürfte die durchgängige Verfügbarkeit der Automaten eine sinnvolle Ergänzung darstellen, insbesondere wenn die Bedienbarkeit gewährleistet ist. Ein abgeschlossenes Studium sei dafür nicht erforderlich, so Müller mit einem Augenzwinkern.