13. April, 2024

Wirtschaft

Deutsche Modebranche trotzt wirtschaftlichen Widrigkeiten

Deutsche Modebranche trotzt wirtschaftlichen Widrigkeiten

Inmitten der Turbulenzen einer hohen Inflation und verhaltenem Konsum ist es für die deutsche Modeindustrie ein Grund zur vorsichtigen Zufriedenheit: eine positive Umsatzentwicklung, die Hoffnung schürt. Dies verlautbarte der Branchenverband GermanFashion in einer Aussendung. Die einst drückenden Logistikkosten sowie Rohstoffpreise hätten sich beruhigt und liegen nun wieder auf einem verkraftbaren Niveau, bekräftigt Verbandspräsident Gerd Oliver Seidensticker.

Die Branche präsentiert sich robust mit einem beachtlichen Umsatzwachstum von 10,8 Prozent im letzten Jahr, was einem Umsatz von 6,87 Milliarden Euro entspricht. Ein Ergebnis, das beflügelt und das Vorkrisenniveau der Pandemie erreicht. Preisanstiege tragen ihren Anteil an dieser Entwicklung, wobei das Wachstum bemerkenswerterweise die Inflationsrate von 5,9 Prozent im Jahr 2023 deutlich übersteigt. "Ein optimistisches Signal, das wir mit Blick auf 2024 als Rückenwind interpretieren möchten", versichert Seidensticker.

Dennoch ist die Stimmung unter deutschen Modeunternehmen verhalten; die Prognosen sind weniger rosig als zu Beginn des Vorjahres. Eine breit angelegte Umfrage des Verbandes prognostiziert für das laufende Jahr zurückgehende Gewinnerwartungen unter den 350 befragten Mitgliedsfirmen.

Ein Lichtblick ist das internationale Geschäft, welches mit einem Umsatzplus von nahezu 11 Prozent punkten kann – die Exporte machen stolze 43 Prozent der Gesamterlöse aus. Als wichtigste Absatzmärkte stellten sich laut GermanFashion Polen, Schweiz, Österreich und die Niederlande heraus, mit Hosen als Exportschlager. Andererseits zeigt sich bei den Importen eine Relativierung: China und Bangladesch führen zwar weiterhin die Liste an, doch die Importzahlen sind gesunken. Eine starke Produktionssteigerung im Vorjahr und daraus resultierende hohe Lagerbestände belebten das Handelsaufkommen und minderten den Importbedarf.