16. April, 2026

Technologie

Deutsche Gaming-Branche erlebt Umsatzschub: Investition in virtuelle Welten steigt an

Deutsche Gaming-Branche erlebt Umsatzschub: Investition in virtuelle Welten steigt an

Die deutsche Begeisterung für Pixel und Polygone hat im letzten Jahr die Ausgaben für die Spieleindustrie merklich ansteigen lassen. Der Game-Verband meldet unter Berufung auf die GfK-Marktanalyse einen Umsatzanstieg um sechs Prozent auf beachtliche 9,97 Milliarden Euro. Nach einem moderaten Wachstum von einem Prozent im Jahr 2022 setzen Computer- und Videospiele ihren finanziellen Siegeszug fort, was sich deutlich von den exorbitant hohen Zuwachsraten der Corona-Jahre abhebt. Die Zeiten, in denen Lockdowns die Menschen zum vermehrten Zocken animierten, scheinen jedoch ihre Spuren hinterlassen zu haben.

Eine gestiegene Verfügbarkeit an Hardware führte zu einem Gewinnplus von sieben Prozent im Gerätesektor, während die Ausgaben für Spiele selbst bei einem Anstieg von sechs Prozent auf 5,8 Milliarden Euro lagen. Online-Games-Dienste hingegen erfuhren keine signifikanten Veränderungen.

Die Analyse zeigt, dass Spielenthusiasten eine hohe Zahlungsbereitschaft aufweisen. Trotz eines Rückgangs in den Verkaufszahlen um acht Prozent stieg der Umsatz weiter an, eine Entwicklung, die der Verband nicht auf Preiserhöhungen zurückführt. Stattdessen erwarben viele Kunden neue Spiele unmittelbar nach deren Ersterscheinung anstatt auf Preisnachlässe zu warten, was insbesondere bei großen Neuerscheinungen wie "Zelda: Tears of the Kingdom" und "Spider-Man 2" zu beobachten war.

Die Anteile Deutschlands an der Wertschöpfungskette im Spielesektor bleiben indes verhalten, mit weniger als fünf Prozent des Umsatzes aus heimischer Produktion. Der Verband und politische Akteure wie das Bundeswirtschaftsministerium streben danach, Deutschland auf der internationalen Spielelandkarte als führenden Standort zu etablieren. Allerdings wird der deutschen Entwicklungs- und Publikationsszene die nötige internationale Wettbewerbsfähigkeit abgesprochen, nicht zuletzt wegen der im Vergleich zu anderen Staaten geringeren staatlichen Unterstützung.

Fördermittel des Bundeswirtschaftsministeriums sind ein heiß diskutiertes Thema, insbesondere nachdem im letzten Jahr vorzeitige Antragsstopps erforderlich wurden und neue Antragsstellungen für dieses Jahr ausgeschlossen sind. Trotz Sparpolitik beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestags für 2024 zusätzliche 33 Millionen Euro an Fördermitteln, welche jedoch nicht dem Wirtschaftsministerium, sondern dem Etat der Kulturbeauftragten Claudia Roth (Grüne) zugewiesen wurden. Details zur Vergabe dieser Mittel stehen noch aus, was in der Branche Unruhe verursacht. Nur durch zügige und entschlossene Maßnahmen der Regierung könnten die notwendigen Rahmenbedingungen zur Erreichung des Ziels, Deutschland als Leitmarkt zu etablieren, geschaffen werden, mahnt der Branchenverband.