15. Juli, 2024

Agriculture

Deutsche Ernte bedroht: Wetterextreme setzen Bauern zu

Deutsche Ernte bedroht: Wetterextreme setzen Bauern zu

Die heftigen Niederschläge stellen die diesjährige Ernte in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen, wie der Bauernverband mitteilte. Verbandspräsident Joachim Rukwied erklärte bei einem Betriebsbesuch in Frankfurt, dass beim Getreide die Vorjahresmarke von rund 42 Millionen Tonnen nur knapp verfehlt werde. Besonders problematisch erweise sich die feuchtwarme Witterung, die die Kraut- und Knollenfäule im Kartoffelanbau fördere, was wegen des Mangels an Pflanzenschutzmitteln zu Ernteausfällen führen könnte. Rukwied plädierte angesichts der anhaltenden Problematik von Überschwemmungen, Hochwasser und Staunässe für eine verstärkte Nutzung von Pflanzenschutzmitteln. "Die steigenden Temperaturen erhöhten besonders das Risiko für Pilzbefall in vielen Beständen," betonte er. Es bedürfe einer breiten Palette von Wirkstoffen, um die Pflanzen widerstandsfähig zu halten. Doch in Deutschland stünden den Landwirten weniger Pflanzenschutzmittel und Wirkstoffe zur Verfügung, was den Getreideanbau erheblich erschwere. Im letzten Herbst hatten bereits die Feuchtigkeit und durchnässte Böden vielen Bauern einen Strich durch die Rechnung gemacht, indem sie weniger aussäen konnten. Dies führte zu einem Rückgang der Anbauflächen für Winterweizen und Winterraps. Die Landwirte mussten deshalb häufig erst im Frühjahr mit der Aussaat beginnen, was dazu führte, dass sich die Fläche für Sommerweizen auf fast 100.000 Hektar mehr als verdreifachte. Trotz dieser Verschiebungen bleibt Winterweizen mit 2,6 Millionen Hektar die dominierende Getreidesorte in Deutschland, gefolgt von Wintergerste mit 1,3 Millionen Hektar.