18. Juli, 2024

Märkte

Deutsche Bundesanleihen im Rückwärtsgang: Politische Unruhe und Inflationsdaten prägen die Märkte

Deutsche Bundesanleihen im Rückwärtsgang: Politische Unruhe und Inflationsdaten prägen die Märkte

Die deutschen Bundesanleihen erlebten am Freitag bis zum Mittag einen leichten Kursrückgang. Der richtungweisende Euro-Bund-Future verzeichnete einen Rückgang von 0,17 Prozent und notierte zuletzt bei 131,81 Punkten. Im Gegenzug stieg die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,47 Prozent.

Vor der ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich zeigte sich der französische Anleihemarkt angespannt. Mit einer Rendite von 3,32 Prozent für zehnjährige Staatsanleihen erreichte diese den höchsten Stand seit November. Der Zinsaufschlag gegenüber deutschen Bundesanleihen weitete sich auf circa 0,85 Prozentpunkte aus, was höher war als direkt nach der Verkündung der Neuwahl durch Präsident Emmanuel Macron.

Umfragen deuten derzeit auf eine klare Führung der Rechts-Partei Rassemblement National von Marine Le Pen hin. Direkt dahinter liegt ein Bündnis aus linken Parteien, während Macrons Partei Renaissance deutlich abgeschlagen auf dem dritten Platz rangiert.

Die Finanzmärkte sorgen sich insbesondere über eine mögliche Kohabitation, bei der die Regierung aus einem anderen politischen Lager als der Präsident kommen könnte. Dies könnte das bereits erhebliche Haushaltsdefizit weiter verschärfen, besonders im Falle einer rechten oder linken Regierung.

Die am Vormittag veröffentlichten Konjunkturdaten aus der Eurozone entsprachen weitgehend den Erwartungen. Während die Inflation in Frankreich und Spanien im Juni leicht zurückging, verzeichnete Italien einen leichten Anstieg. Diese Zahlen änderten wenig an den Zinserwartungen gegenüber der Europäischen Zentralbank. An den Finanzmärkten sind nach wie vor etwa zwei zusätzliche Lockerungen für das aktuelle Jahr einkalkuliert, nachdem die EZB Anfang Juni einen ersten Schritt unternommen hatte.

Im US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf hinterließ Präsident Joe Biden in der ersten TV-Debatte nach Ansicht zahlreicher Beobachter einen schwächeren Eindruck als sein Kontrahent, Ex-Präsident Donald Trump. Die Folgen für den Anleihemarkt blieben jedoch zunächst begrenzt.

Am Nachmittag stehen noch Preisdaten aus den USA auf der Agenda. Marktteilnehmer werden diese Zahlen genau verfolgen, da sie wichtige Hinweise auf den kurzfristigen Kurs der US-Notenbank Fed geben könnten.