19. April, 2024

Politik

Deutsche Bevölkerung empfindet politische Instabilität als Top-Stressquelle

Deutsche Bevölkerung empfindet politische Instabilität als Top-Stressquelle

Eine aktuelle Yougov-Studie, finanziert von der Swiss Life-Versicherung, legt offen, dass die Furcht vor politischen Unruhen, Krieg und Krisen als Hauptquelle von Stress für Deutsche angesehen wird. Die Studie, die die Antwort von 2002 Befragten erfasste, stellte fest, dass 58 Prozent der Teilnehmenden durch politische Unstabilität und soziale Unruhen stressgeplagt sind. Geradezu alarmierend ist, dass 28 Prozent der Befragten angeben, ein sehr starkes bis hin zu extrem starkes Stressempfinden aufgrund solcher Ängste zu erleben.

Dieser Befund ist insbesondere im Kontext psychischer Gesundheit und Berufsunfähigkeit von Belang. Swiss Life, ein Unternehmen, das mit diesen Ergebnissen auch eigene Interessen verfolgt, gibt an, dass psychische Störungen mittlerweile 39 Prozent ihrer Berufsunfähigkeitsfälle ausmachen. Zwar zählt der gemeine Stress nicht als psychische Störung, wirkt allerdings oft als ein Katalysator für seelische Erkrankungen.

Darüber hinaus zeigt sich, dass neben den politisch geprägten Sorgen, auch alltagsbedingte Stressauslöser nicht zu unterschätzen sind. Finanzielle Sorgen, Angst vor sozialem Abstieg sowie lebensverändernde Ereignisse wie Krankheit, Unfälle, der Tod von Angehörigen oder eine Scheidung bereiten jeweils 42 Prozent der Deutschen großen Kummer. Dabei sind vor allem die jüngeren und mittleren Altersgruppen von finanziellen Belastungen betroffen.

Die Studie schneidet auch die Thematik der Naturkatastrophen an. Hier gibt ein Drittel der Deutschen an, dass die Zunahme von Naturkatastrophen in jüngerer Vergangenheit zur einer Quelle des Stresses geworden ist, wobei auffällt, dass Frauen mit 35 Prozent sichtlich mehr betroffen sind als Männer, von denen sich 27 Prozent besorgt zeigen.

Das aufschlussreiche Profil der stressbedingten Belastungen in Deutschland demonstriert nicht nur die vielfältigen Facetten von Stressquellen, sondern auch die Dringlichkeit für Versicherer und Arbeitsgeber, präventive Maßnahmen zu stärken und Unterstützungsangebote für Betroffene auszubauen.