31. August, 2025

Wirtschaft

Deutsche Banken sehen sich einem schnellen Anwachsen notleidender Kredite gegenübergestellt

Die deutschen Banken stehen vor einer beträchtlichen Herausforderung, da sie mit einem signifikanter Anstieg notleidender Kredite konfrontiert sind. Laut einer umfassenden Studie des Beratungsunternehmens BearingPoint verzeichneten deutsche Finanzinstitute im Jahr 2024 einen eindrucksvollen Anstieg von 24,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser erhebliche Zuwachs hebt sich deutlich von den insgesamt 163 analysierten europäischen Geldinstituten ab, bei denen die sogenannten Non-performing Loans (NPL) lediglich um 1,1 Prozent zugenommen haben. Der Bericht von BearingPoint führt diese Entwicklung hauptsächlich auf eine Zunahme bei Unternehmensinsolvenzen, erhebliche Wertminderungen sowie auf steigende Kreditausfälle im gewerblichen Immobiliensektor zurück.

Das vergangene Jahr war für Deutschland besonders gravierend, da es mit 21.812 Unternehmensinsolvenzen einen neuen Höchststand seit dem Jahr 2015 erreichte. Diese Entwicklung war von Experten erwartet worden, insbesondere nachdem die umfassenden staatlichen Unterstützungsmaßnahmen, die während der Corona-Pandemie eingeführt worden waren, ausgelaufen sind. Zudem belastet eine Kombination aus steigenden Energiepreisen, erhöhter Bürokratie und politischer Unsicherheit das unternehmerische Umfeld in Deutschland erheblich.

Ein weiterer Aspekt, der zur fragilen Situation beiträgt, ist der Markt für gewerbliche Immobilien, der durch die Verschiebung hin zum Homeoffice und einem verminderten Bedarf an Einzelhandelsflächen unter Druck gerät, da immer mehr Konsumenten den Online-Handel bevorzugen. Notleidende Kredite, deren Rückzahlung von Seiten der Kreditnehmer als unwahrscheinlich erachtet wird, können für Banken bedeutende Verluste darstellen und könnten somit auch die Vergabe neuer Kredite negativ beeinflussen.

Trotz dieser Herausforderungen bleibt der europäische Bankensektor, laut den Beobachtungen von BearingPoint, weiterhin bemerkenswert widerstandsfähig. Viele Banken in Europa sind in der Lage, ihre Nettogewinne trotz gestiegener Betriebskosten zu stabilisieren oder gar zu steigern. Bemerkenswert ist auch der Anstieg der durchschnittlichen Gesamtkapitalquote, die im Jahr 2024 auf 23,5 Prozent anstieg und damit das dritte Jahr in Folge eine Zunahme verzeichnete. Diese Stabilität unterstreicht die Fähigkeit der europäischen Bankenbranche, auch in einem angespannten Umfeld standhaft zu bleiben.