23. Juni, 2024

Wirtschaft

Deutsche Bahn verschiebt Start von Stuttgart 21 erneut

Deutsche Bahn verschiebt Start von Stuttgart 21 erneut

Die Deutsche Bahn hat die Inbetriebnahme des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs auf Dezember 2026 verschoben. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel" unter Berufung auf Quellen im Konzern. Damit verzögert sich das umstrittene Projekt erneut um ein weiteres Jahr. Am Dienstag will die Bahn auf einer Sitzung des Lenkungskreises ihre Projektpartner in Stuttgart umfassend über den Jahresfahrplan 2026 und die weiteren Pläne zur Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs informieren.

Die Unklarheit über den genauen Zeitpunkt der Inbetriebnahme besteht bereits seit längerem. Ursprünglich war geplant, dass der bestehende Hauptbahnhof im Dezember 2025 durch den neuen unterirdischen Bahnhof ersetzt wird. Nun bleibt der alte Hauptbahnhof mindestens bis 2026 in Betrieb. Ob und in welchem Umfang ab Dezember 2025 bereits Züge durch den neuen Tiefbahnhof fahren können, soll bis spätestens Juni 2024 entschieden werden.

Das Projekt "Stuttgart 21" umfasst nicht nur den neuen Hauptbahnhof, sondern auch eine umfassende Neuordnung des gesamten Bahnknotens Stuttgart. Geplant sind zahlreiche neue Bahnhöfe, Schienenwege, Tunnelröhren, Durchlässe und Brücken. Das Projekt beinhaltet auch den Bau eines neuen Fernbahnhofs am Flughafen Stuttgart und die bereits 2022 eröffnete Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm. Herzstück von Stuttgart 21 ist der neue unterirdische Hauptbahnhof, der als Durchgangsbahnhof konzipiert ist.

Die Kosten für das Vorhaben werden von der Deutschen Bahn, die das Projekt leitet, auf rund elf Milliarden Euro geschätzt, einschließlich eines Puffers von 500 Millionen Euro. In der Vergangenheit kam es mehrfach zu erheblichen Kostensteigerungen. Die Eisenbahn muss die entstandenen Mehrkosten von mindestens 6,5 Milliarden Euro gemäß einem Gerichtsurteil alleine tragen, nachdem das Stuttgarter Verwaltungsgericht im Mai die Klagen der Deutschen Bahn gegen das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, den Verband Region Stuttgart und den Flughafen Stuttgart abgewiesen hatte. Die Klagen zielten darauf ab, die Projektpartner zu einer finanziellen Beteiligung an den Mehrkosten zu verpflichten.