22. Februar, 2024

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Deutsche Anleihen erleben Renditeanstieg

Deutsche Anleihen erleben Renditeanstieg

Die Renditen deutscher Staatsanleihen kletterten am Freitag auf ein Zweimonatshoch, angetrieben von abwartenden Haltungen der Zentralbanken gegenüber einer geldpolitischen Kehrtwende. Der Euro-Bund-Future, ein führender Terminkontrakt für Bundesanleihen, gab geringfügig nach und fiel um 0,05 Prozent auf 133,31 Punkte. Die zu erzielende Rendite für zehnjährige Bundesanleihen erreichte zeitweise 2,39 Prozent, den höchsten Stand seit acht Wochen, bevor sie sich nur unmerklich reduzierte.\n\nDie Kursentwicklungen spiegeln die Erwartungen der Anleger wider, dass trotz eines Rückgangs der Inflationsraten die Zinssenkungen sowohl in den USA als auch im Euroraum nicht unmittelbar bevorstehen. Stellungnahmen von Spitzenvertretern der Zentralbanken legen nahe, dass diese sich einen zeitlichen Puffer für die Anpassung der Geldpolitik bewahren möchten. Marktbeobachter prognostizieren die nächste Zinssenkung in den USA für Mai, während im Euroraum mit einer solchen im Juni gerechnet wird. Diese Zurückhaltung wirkt sich stetig auf den Anleihenmarkt aus und beflügelt die Zinsen.\n\nWährend der frühen Handelsstunden am Rentenmarkt blieb es ruhig und ohne signifikante Vorkommnisse. Die Veröffentlichung der deutschen Inflationsdaten bestätigte lediglich den bestehenden Trend einer nachlassenden Preisdynamik. Angesichts der etwas übertroffenen Erwartungen der italienischen Industrieproduktion zeigten sich die Marktteilnehmer unbeeindruckt.\n\nDie Bewegungen am Nachmittag waren hingegen ausgeprägter. Nachdem die Renditen zunächst merklich gesunken waren, wurde diese Entwicklung durch die jährlichen Revisionen der US-Verbraucherpreise ausgelöst. Befürchtungen einer erneuten starken Zunahme des Preisdrucks, ähnlich wie im Vorjahr, erwiesen sich als unbegründet. Die Revisionen fielen moderate aus, und die Renditen von Staatsanleihen erholten sich kurz darauf wieder.