21. Juni, 2024

Märkte

Deutsche Aktienmärkte stagnieren - Zinspolitik und Inflationsdaten im Fokus

Deutsche Aktienmärkte stagnieren - Zinspolitik und Inflationsdaten im Fokus

Der deutsche Aktienmarkt zeigte am letzten Handelstag der Woche ein stagnierendes Bild. Der Leitindex Dax lag am Freitag zur Mittagszeit bei 18.470 Punkten und verbuchte damit moderate Verluste. Zuvor hatte der Dax am Vortag den tiefsten Stand seit mehr als drei Wochen erreicht, bevor er die Verluste wieder wettmachte.

Am Nachmittag könnten Inflationsdaten aus den USA neue Anhaltspunkte für die zukünftige Richtung der US-Geldpolitik liefern und somit auch die Kurse an den Börsen beeinflussen. Experten stellen zunehmend die bisher als sicher geltenden Zinssenkungen in der Eurozone und insbesondere in den USA in Frage. Am kommenden Donnerstag wird die Europäische Zentralbank ihre Entscheidung bekanntgeben, und es wird allgemein erwartet, dass sie erstmals nach einer längeren Phase straffer Geldpolitik die Leitzinsen senken könnte, um der hohen Inflation entgegenzuwirken.

Trotz des jüngsten Rückgangs vom Rekordhoch bei 18.892 Punkten hat sich die Börsenweisheit „Sell in May and go away“ im Mai nicht bewahrheitet. Der Monat schloss mit einem Plus von rund drei Prozent ab - zwischenzeitlich hatte der Dax sogar um über fünf Prozent zugelegt, bevor die Anleger erneut von Zinssorgen eingeholt wurden.

Der MDax der mittelgroßen Werte gab am Freitag um 0,6 Prozent nach und erreichte 26.654 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone stagnierte.

Im Dax waren die Aktien der Deutschen Bank mit einem Minus von 2 Prozent die größten Verlierer. Das Geldhaus hat für das laufende Quartal überraschend ein schwächeres Ergebnis im Handel mit Anleihen und Währungen angekündigt. Auch die Commerzbank verzeichnete Verluste und fiel um 1,2 Prozent.

Siemens Energy büßte knapp 2 Prozent ein, nachdem die Aktien im frühen Handel noch zulegen konnten. Der Kurs des Elektrotechnikkonzerns hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt, doch Anleger nutzten die Gelegenheit, um Kursgewinne mitzunehmen.

Bei den Nebenwerten verloren die Aktien von Carl Zeiss Meditec 2,5 Prozent. Die Bank JPMorgan zeigt sich kurzfristig skeptisch gegenüber den Papieren des Technologieunternehmens und hat sie in einer Branchenstudie auf die "Negative Catalyst Watch" gesetzt.

Dagegen zogen die Aktien von Synlab um gut 4 Prozent an. Der Investor und Mehrheitsaktionär Cinven hat den übrigen Anteilseignern ein Kaufangebot unterbreitet und plant, den Labordienstleister von der Börse zu nehmen.