14. Juli, 2024

Märkte

Deutsche Aktienmärkte ins Stocken geraten: Impulse aus den USA fehlen

Deutsche Aktienmärkte ins Stocken geraten: Impulse aus den USA fehlen

Die zuletzt vorsichtige Erholung am deutschen Aktienmarkt hat zur Wochenmitte eine Verschnaufpause eingelegt. In einem überwiegend ruhigen Handelsumfeld fehlten die treibenden Kräfte, da die US-Börsen am Vortag lediglich leicht im Plus geschlossen hatten. Der US-Feiertag am Mittwoch sorgte zudem für einen ruhenden Aktienhandel in New York.

Im Schlussverkauf des deutschen Marktes sank der Dax um 0,35 Prozent auf 18.067,91 Punkte. Trotz dieser leichten Verluste konnte die Marke von 18.000 Punkten gehalten werden. Börsianer warnten jedoch vor einer möglichen kräftigeren Korrektur. Neuwahlen in Frankreich und geplante EU-Strafzölle auf chinesische E-Autos schweben wie eine düstere Vorahnung über den Märkten.

Auch der MDax, der Index der mittelgroßen Werte, gab um 0,46 Prozent auf 25.471,75 Zähler nach. Das Eurozonen-Leitbarometer, der EuroStoxx 50, verlor 0,61 Prozent und schloss bei 4.885,45 Punkten. Während die Pariser Börse ebenfalls tiefere Kurse verzeichnete, konnten in London leichte Zugewinne verbucht werden.

Im MDax sorgte SMA Solar Technologies für ernüchternde Schlagzeilen. Der Wechselrichter-Hersteller senkte wegen hoher Lagerbestände seine Jahresziele, was einen dramatischen Kurseinbruch von über 31 Prozent zur Folge hatte. Laut DZ Bank sei das Ausmaß der Gewinnwarnung besorgniserregend und das Vertrauen der Investoren stark beschädigt.

Im Dax standen die Aktien von Sartorius stark unter Druck. Mit einem Minus von über 14 Prozent erreichten sie den tiefsten Stand seit April 2020. Aus Handelskreisen war zu vernehmen, dass der Biotech-Zulieferer auf einer Healthcare-Konferenz in London vorsichtigere Aussagen zur Equipment-Nachfrage getroffen haben könnte. Offizielle Mitteilungen von Sartorius gab es dazu jedoch nicht.

Positive Nachrichten gab es bei Gea, dessen Aktien um 2,5 Prozent stiegen. Ein Kaufvotum der Investmentbank Jefferies gab hier den Ausschlag. Analyst Rizk Maidi erwartet, dass ein vorteilhaftes Zins- und Milchpreisumfeld die Auftragslage des Anlagenherstellers für die Molkereiwirtschaft verbessern wird.

Hypoport, ein SDax-Wert, profitierte mit einem Plus von 7,8 Prozent von positiven Kommentaren der Berenberg Bank. Analyst Gerhard Orgonas zeigte sich optimistisch und sieht die Ziele des Finanzdienstleisters für 2024 als konservativ an. Er hob insbesondere die derzeitige Erholung im Hypothekenmarkt hervor.

Der Euro wurde nach Börsenschluss bei 1,0745 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0749 Dollar fest, nach 1,0715 Dollar am Dienstag. Der US-Dollar kostete somit 0,9303 Euro.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite leicht von 2,47 Prozent am Vortag auf 2,44 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 124,95 Punkte, während der Bund-Future um 0,05 Prozent auf 132,56 Punkte nachgab.