14. Juli, 2024

Wirtschaft

Deutliche Kürzungen bei Autobahn-Investitionen: Verkehrsministerium zieht den Sparstift

Deutliche Kürzungen bei Autobahn-Investitionen: Verkehrsministerium zieht den Sparstift

Das Bundesverkehrsministerium plant laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ eine erhebliche Reduktion der Investitionen in die deutschen Autobahnen. Konkret sollen die Mittel für die Autobahn GmbH, die für Bau und Betrieb der Autobahnen zuständig ist, im nächsten Jahr um 20 Prozent gesenkt werden. Das wäre ein Rückgang von bisher geplanten 6,29 Milliarden Euro auf 4,99 Milliarden Euro. Diese Kürzungen sollen sich auch in den Jahren 2026 und 2027 fortsetzen, wobei für beide Jahre jeweils rund eine Milliarde Euro gestrichen werden. Im Jahr 2028 sollen die Kürzungen nochmals um 378 Millionen Euro reduziert werden.

Besonders brisant wird die Situation, wenn man bedenkt, dass die Autobahn GmbH einen höheren Bedarf als aktuell finanziert angegeben hat. Interne Berechnungen der Gesellschaft zeigen, dass in den kommenden vier Jahren 4,1 Milliarden Euro für den Neu- und Ausbau, Erhalt und Betrieb der Autobahnen fehlen werden. Ein Sprecher des Unternehmens betonte, dass dieser erhöhte Finanzbedarf vor allem auf das dringend notwendige Brückenmodernisierungsprogramm zurückzuführen sei, äußerte sich jedoch nicht zu den angekündigten Kürzungen.

Nicht nur innerhalb der Autobahn GmbH, sondern auch in der Bauindustrie zeigt man sich besorgt. Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, kritisierte im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, dass Deutschland nach wie vor zu wenig in die Infrastruktur investiere. „Die traurige Tradition, dass Deutschland sich seine Straßen und Brücken kaputtspart, setzt sich leider fort“, sagte Hübner. Seit Jahrzehnten würden nicht einmal die notwendigen Maßnahmen für den Erhalt ausreichend finanziert.