22. April, 2024

Krypto

Dem Bitcoin entgleitet der Gipfel: Preissturz auf Bitfinex

Dem Bitcoin entgleitet der Gipfel: Preissturz auf Bitfinex

Die hochfliegenden Aspirationen der Krypto-Investoren scheinen mit jüngsten Kursstürzen des Bitcoins ins Wanken zu geraten. Nachdem der Bitcoin auf der Handelsplattform Bitfinex noch zu Wochenbeginn fast die 70.000-Dollar-Marke durchbrach, ergab sich am Dienstagmittag ein ernüchterndes Bild: Für einen Bitcoin mussten lediglich 65.300 US-Dollar gezahlt werden. Fachkreise mutmaßen, der Rückgang könnte einem schwindenden Interesse an Bitcoin-basierten ETFs sowie einer pessimistischen Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik durch die Federal Reserve geschuldet sein.

Inmitten der prekären Balance von Inflationsbekämpfung und Konjunkturförderung zogen Anleger ihre Hoffnungen auf eine schnelle Zinssenkung zurück, was positiv auf die Renditen der Staatsanleihen und auf den US-Dollar wirkte – eine Konstellation, die besonders für spekulative Bereiche wie den Kryptomarkt ungünstig ist. Laut Marktanalyst Timo Emden von Emden Research könnte der deutliche Kurseinbruch auch auf einen Liquiditätsengpass über das lange Osterwochenende zurückgeführt werden. Durch die schwache Liquidität am Markt können schon kleine Veränderungen zu drastischen Effekten führen.

Weiter illustriert Emden einen möglichen "Long Squeeze" als Ergebnis des Preissturzes. Investoren, die auf Kurssteigerungen spekuliert haben, sehen sich gezwungen, ihre Positionen bei stark fallenden Kursen zu liquidieren und Verluste zu begrenzen – ein Vorgang, der die weniger entschlossenen Anleger aus dem Markt kehren und zu panikartigen Reaktionen führen kann.

Seit dem sagenhaften Höchststand des Bitcoin bei nahezu 74.000 Dollar im März musste die Kryptowährung nun einen Wertverlust von zirka zehn Prozent hinnehmen. Die kontinuierlichen Zuflüsse zu US-Spot-Bitcoin-ETFs zeigen ebenfalls ein schwindendes Momentum; allein am Montag verzeichneten sie einen Nettoabfluss von 86 Millionen Dollar, wohingegen seit Januar bei diesen Produkten insgesamt rund 12 Milliarden Dollar angezogen wurden.

Bemerkenswert ist die Voraussicht, dass sich das Angebot an neuen Bitcoin-Token in diesem Monat halbieren wird – ein Turnus, der alle vier Jahre stattfindet und von einigen Marktteilnehmern als stabilisierendes Ereignis angesehen wird. Andere Marktteilnehmer kontern jedoch, dass signifikante Zusatzgewinne angesichts der bereits seit Jahresbeginn vervierfachten Token-Wertsteigerung ausbleiben könnten.