30. November, 2025

Quartalszahlen

Dell erreicht historische Bestmarke dank KI-Boom

Der Konzern meldet das stärkste Quartal seiner Geschichte und hebt schon wieder die Jahresziele an. Der AI-Boom macht aus dem Traditionshersteller einen Wachstumstitan – vorerst ohne erkennbare Bremsen.

Dell erreicht historische Bestmarke dank KI-Boom
Dell erzielt das beste Quartal seiner Geschichte und erhöht seine Jahresprognose erneut – KI-Server werden zum Milliardenmotor.

Ein Rekordquartal verschiebt die Maßstäbe

Dell hat das beste Vierteljahr seiner Firmengeschichte vorgelegt. Getrieben vom explodierenden Bedarf an Server-Infrastruktur für Künstliche Intelligenz stiegen die Umsätze im vergangenen Quartal um elf Prozent auf 27 Milliarden Dollar. Der Gewinn zog noch stärker an: Der Reingewinn erreichte 2,59 Dollar pro Aktie – ein Plus von 17 Prozent.

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Für ein Unternehmen, das jahrelang als zyklischer PC-Hersteller galt, markieren diese Zahlen den endgültigen Übergang zu einem Infrastrukturanbieter, der direkt vom globalen Wettbewerb um Rechenleistung profitiert.

KI-Server werden zum Wachstumskern des Konzerns

Die Dynamik kommt aus einem Segment, das Dell früher nur ergänzend bediente: spezialisierte Server für rechenintensive KI-Anwendungen. Die Nachfrage nach Systemen für Modelltraining und Inferencing reißt nicht ab, und Dell entwickelt sich mit hoher Geschwindigkeit zum zentralen Lieferanten für Hyperscaler, große Unternehmen und staatliche Einrichtungen.

Finanzchef David Kennedy rechnet damit, dass der Umsatz mit KI-Servern im laufenden Geschäftsjahr auf 25 Milliarden Dollar steigt – ein Zuwachs von mehr als 150 Prozent. Noch vor wenigen Monaten hatte Dell an dieser Stelle 20 Milliarden Dollar veranschlagt.

Die Neubewertung zeigt, wie rasant sich der Markt bewegt – und wie schnell Dell sich innerhalb dieser Nachfragewelle neu positioniert hat. Die starken Zahlen deuten darauf hin, dass das Unternehmen zunehmend Aufträge gewinnt, die zuvor an spezialisierte Wettbewerber gingen.

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Die neue Prognose setzt den Kurs hoch an

Mit dem Rekordquartal im Rücken hat Dell die Jahresziele abermals angehoben. Der Konzern kalkuliert nun für 2025/2026 mit Erlösen zwischen 111,2 und 112,2 Milliarden Dollar – zuvor lag die Spanne bei 105 bis 109 Milliarden Dollar. Der Sprung ist erheblich und zeigt, wie stabil Dell die Nachfrage einschätzt.

Auffällig ist der Zeitpunkt. Dass der Konzern seine Prognose zum zweiten Mal in kurzer Zeit erhöht, lässt darauf schließen, dass die Bestellungen im KI-Segment nicht nur stark, sondern belastbar sind. Das Umfeld wirkt zudem günstig: Unternehmen und Behörden stocken ihre Rechenkapazitäten auf, während neue Modelle und Anwendungen die Investitionswelle zusätzlich verstärken.

Der Konzern nutzt einen Markt, der sich strukturell verändert

Dass Dell in dieser Phase Rekordmargen und Rekordumsätze erzielt, ist kein Zufall. Die Architektur von KI-Systemen erfordert neue Hardwaregenerationen, extrem leistungsfähige Serververbünde und stabile Lieferketten. Kaum ein Marktsegment wächst derzeit schneller – und kaum ein Anbieter hat in so kurzer Zeit sein Portfolio in die gefragten Kategorien verschoben.

Hinzu kommt ein strategischer Vorteil: Dell beherrscht die Integration großer Systemlandschaften und kann komplette Infrastrukturpakete anbieten. Diese Fähigkeit ist in einem Umfeld, in dem Unternehmen lieber Gesamtlösungen als einzelne Komponenten einkaufen, erheblich wertvoller geworden.

Die entscheidende Frage betrifft die Dauer des Booms

Der Marktpreis mag inzwischen über das kurzfristige Wachstum hinausgehen, doch die operative Dynamik ist real. Die Frage, ob der KI-Boom abflacht, stellt sich aktuell kaum – zu groß sind die Investitionsprogramme, zu früh der Zyklus. Ob Dell das Momentum in strukturelles Wachstum verwandeln kann, entscheidet sich erst in den kommenden Jahren.

Fest steht: Mit diesem Quartal hat der Konzern seine Rolle neu definiert. Dell ist nicht länger ein Hardwarehersteller, der von PC-Zyklen abhängt – sondern ein Infrastrukturlieferant für eine Technologie, die weltweit die Investitionsagenda bestimmt.

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