19. Mai, 2024

Wirtschaft

Delivery Hero trennt sich von Foodpanda Taiwan und Uber steigt ein

Delivery Hero trennt sich von Foodpanda Taiwan und Uber steigt ein

In einer beispielhaften strategischen Kehrtwende hat der Berliner Essenslieferant Delivery Hero offiziell den Verkauf seines taiwanischen Arms von Foodpanda an den US-amerikanischen Giganten Uber verkündet. Die Transaktion, die in einem mehrschichtigen Deal abgewickelt wird, erlaubt es Delivery Hero, sich finanziellen Spielraum zu eröffnen und das eigene Portfolio zu straffen. Für Uber bedeutet dies eine Stärkung der Marktpräsenz in Taiwan.

Der angesetzte Preis für Foodpanda Taiwan liegt bei beachtlichen 950 Millionen US-Dollar, was unter den zuvor in den Medien spekulierten Summen von über einer Milliarde Dollar liegt. Delivery Hero unter der Leitung von Niklas Östberg scheint mit dem vereinbarten Preis eine pragmatische Mittelweglösung gefunden zu haben. Als zusätzlichen Vorteil wird Uber über eine Kapitalerhöhung knapp drei Prozent Anteile an Delivery Hero erwerben, was dem deutschen Unternehmen weitere 278 Millionen Euro Kapital einbringt.

Der Schritt folgt der Ambition von Delivery Hero, sich aus dem hart umkämpften asiatischen Markt zurückzuziehen, wo Branchenschwergewichte wie Grab die dominante Rolle spielen. Der Verkauf von Foodpanda Taiwan ist dabei nur ein Teil des Puzzles, da die Präsenz in anderen südostasiatischen Ländern weiterhin bestehen bleibt.

Am Finanzmarkt stieß die Nachricht auf wohlwollende Resonanz, was sich in einem zweistelligen Kurszuwachs der Delivery Hero-Aktie auf Tradegate bemerkbar machte. Dieser positive Impuls ist eine reflexartige Bestätigung der Marktzuversicht hinsichtlich der getroffenen Entscheidungen.

Die Entscheidung zum Verkauf fiel erst nach gründlichen Überlegungen und mehrmonatigen Verhandlungen, wie Konzernchef Östberg berichtete. Der Druck zur Verbesserung der Liquidität und die Bewältigung der Verschuldung mögen als treibende Kräfte hinter dem Deal stehen – eine Tatsache, auf die der scheidende Finanzchef Emmanuel Thomassin hinwies, bevor er zu Wise wechselt.

Kurz und knapp fasst dieser strategische Schachzug Delivery Heros Absichten zusammen, sich neu zu orientieren und Konzentration auf Kernmärkte zu legen, wohingegen Uber durch die Erweiterung seines Fußabdrucks in Taiwan neue Horizonte ansteuert.