23. Juni, 2024

Märkte

DAX tritt auf der Stelle: Zurückhaltende Woche für deutsche Aktien

DAX tritt auf der Stelle: Zurückhaltende Woche für deutsche Aktien

Der Dax konnte trotz eines leichten Anstiegs von 0,01 Prozent am Freitag bei 18.497,94 Punkten kaum punkten und blieb am Ende einer schwachen Woche nahezu unverändert. Die zunehmenden Zweifel an den lange erwarteten Zinssenkungen in der Eurozone und den USA bestimmten dabei die Marktentwicklung.

Auf Wochensicht verzeichnete der Leitindex ein Minus von 1,05 Prozent. Der Mai hingegen konnte mit einem Plus von 3,16 Prozent als guter Monat verbucht werden, was die alte Börsenregel "Sell in May and go away" diesmal ad absurdum führte. Der MDax, das Barometer für mittelgroße Werte, spiegelte eine ähnliche Bilanz wider und verlor am Freitag 0,33 Prozent auf 26.716,80 Punkte.

Spannung verspricht die kommende Woche, wenn die Augen der Investoren auf die geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) gerichtet sind. Nach einer langen Periode straffer Geldpolitik zur Bekämpfung der hohen Inflation, könnte die erste Leitzinssenkung anstehen. Diese Erwartung bleibt bestehen, auch wenn die Verbraucherpreise in der Eurozone im Mai stärker als vermutet gestiegen waren. Christian Lips, Chefvolkswirt der Landesbank NordLB, betonte, dass die jüngsten Inflationsdaten weiterhin auf eine schrittweise Anpassung in Richtung des EZB-Stabilitätsziels von zwei Prozent hindeuten.

Unter den Dax-Werten mussten die Aktien der Deutschen Bank mit einem Minus von 1,3 Prozent eine der größten Verluste hinnehmen. Das Finanzinstitut kündigte ein überraschend schwächeres Ergebnis im Anleihe- und Devisenhandel für das laufende Quartal an. Auch die Commerzbank büßte 1,1 Prozent ein. Siemens Energy verlor einen deutlichen Teil seines Wertes und schloss den Handelstag mit einem Minus von 4,7 Prozent ab, nachdem es zuvor noch Kursgewinne verzeichnen konnte.

Im MDax sackten die Anteile von Carl Zeiss Meditec um 5,4 Prozent ab, nachdem der Analyst David Adlington von JPMorgan die Papiere in einer Branchenstudie auf "Negative Catalyst Watch" setzte. Er äußerte Bedenken bezüglich der Jahresziele für 2024 und der Markterwartungen für 2025.

Einen Lichtblick bildeten die Aktien von Synlab im SDax, die um 4,5 Prozent zulegten. Der Investor und Mehrheitsaktionär Cinven unterbreitete ein Erwerbsangebot und plant, den Labordienstleister von der Börse zu nehmen.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,03 Prozent auf 4983,67 Punkte zu, während der französische Cac 40 und der britische FTSE 100 etwas deutlicher zulegten. In New York verzeichnete der Dow Jones Industrial ein Plus von 0,2 Prozent.

Am Devisenmarkt konnte der Euro zulegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0852 (Donnerstag: 1,0815) US-Dollar fest. Der Dollar kostete demnach 0,9214 (0,9246) Euro. Die Umlaufrendite am Rentenmarkt stieg von 2,72 Prozent auf 2,75 Prozent am Vortag, während der Rentenindex Rex um 0,25 Prozent auf 123,12 Punkte fiel. Der Bund-Future stieg leicht um 0,03 Prozent auf 129,30 Punkte.