19. April, 2024

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DAX erholt sich nach Ostertief – Inflationsdaten sorgen für Auftrieb

DAX erholt sich nach Ostertief – Inflationsdaten sorgen für Auftrieb

Nach einem kurzzeitigen Rückgang am Vortag hat sich der deutsche Aktienmarkt wieder gefangen und Gewinne verzeichnet. Positive Inflationsdaten aus der Eurozone gaben den Anlegern am Mittwoch neue Impulse. Der DAX kletterte um 0,46 Prozent und erreichte am Ende des Handelstages 18 367,72 Punkte, während der MDax für mittelgroße Unternehmen um 1,05 Prozent auf 27 057,48 Punkte anstieg.

Die Handelswoche begann für den DAX vielversprechend mit einem neuen Höchststand von 18 567 Zählern, bevor ein Rückgang der Wall Street und Gewinnmitnahmen einiger Anleger einsetzten. Die aktuellen, starken Wirtschaftsdaten tragen zudem zu einem unsicheren Gefühl bei den Investoren bei, da nicht klar ist, wann die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins senken wird. Die jüngst veröffentlichten Arbeitsmarktdaten des privaten Sektors in den USA übertrafen die Erwartungen und anzeigen eine weiterhin robust wachsende Konjunktur.

In Europa hingegen zeichnet sich eine klarere Linie der Geldpolitik ab. Angesichts des überraschend deutlichen Rückgangs der Inflation im März, erachten Experten eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) bereits im Juni als sehr wahrscheinlich.

Im Bereich der Einzelwerte verzeichneten vor allem die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon einen Zuwachs von 2,4 Prozent. Eine positive Einschätzung der US-Bank Morgan Stanley, die davon ausgeht, dass das derzeitige Kursniveau bereits viele negative Aspekte widerspiegelt, half dabei. Ebenso standen Chemieaktien bei den Anlegern hoch im Kurs – BASF stiegen im DAX um 1,3 Prozent, während im MDax Evonik, Lanxess und Wacker Chemie zwischen 3,8 und 7,8 Prozent gewannen. Analyst Samuel Perry von der UBS äußerte sich optimistisch zur Branche und hielt die Markterwartungen an Wacker Chemie für das Jahr 2024 für unterschätzt.

Ganz vorne im MDax fanden sich Aktien von Befesa wieder, die um mehr als neun Prozent anzogen, nachdem Berichte zu sinkenden Zinkverhüttungsgebühren bekannt wurden. Im SDax überzeugte GFT Technologies mit einem Anstieg von acht Prozent, begünstigt durch die positive Resonanz auf die bevorstehende Testphase für Plattformen zur Verarbeitung von Krypto-Geldflüssen, wie von CEO Marika Lulay angekündigt.

Darüber hinaus legte der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um mehr als ein halbes Prozent zu, während die Börsen in Frankreich und Großbritannien nur leichte Veränderungen zeigten und die Wall Street zum Europa-Schluss um 0,2 Prozent zulegte.

Für den Euro ergaben sich Vorteile durch die schwächeren US-Konjunkturdaten, welcher zuletzt bei 1,0826 US-Dollar gehandelt wurde. Der Referenzkurs der EZB lag zuvor bei 1,0783 US-Dollar, der Dollar selbst bei 0,9273 Euro.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite leicht von 2,40 auf 2,43 Prozent, während der Rentenindex Rex ein Minus von 0,10 Prozent auf 125,05 Punkte einfuhr – der Bund-Future verlor 0,11 Prozent und schloss bei 132,24 Punkten.