27. Mai, 2024

Technologie

Cyberkriminalität nimmt weiter zu – Ransomware und Phishing als Hauptgefahren

Cyberkriminalität nimmt weiter zu – Ransomware und Phishing als Hauptgefahren

Im vergangenen Jahr hat die Bedrohung durch Cyberkriminalität in Deutschland erneut zugenommen. Dies betonte Innenministerin Nancy Faeser bei der Präsentation des Bundeslagebildes Cybercrime 2023, das neue Besorgnis erregende Einblicke in die digitale Kriminalität bietet. Zwar ist die Zahl der im Inland registrierten Straftaten geringfügig gesunken, doch hat sich die Anzahl der aus dem Ausland oder von nicht feststellbaren Orten begangenen Delikte um beinahe 30 Prozent erhöht. Faeser hob hervor, dass diese Statistiken angesichts der tatsächlichen Dunkelziffer nur einen Bruchteil des Problems abbilden, da vermutlich 90 Prozent der Cyberdelikte ungemeldet bleiben.

Unter den gravierendsten Gefahren heben sich Ransomware-Attacken ab, bei denen die Daten von Unternehmen und Behörden verschlüsselt und erst gegen eine Zahlung wieder freigegeben werden. In diesem Jahr sahen sich über 800 Einrichtungen solchen Angriffen ausgesetzt. Auch habe der Konflikt in der Ukraine die Cybersicherheitslage verschärft, erklärte Faeser und verwies auf eine Zunahme von Angriffen auf essentielle Dienste – Hochschulen und Krankenhäuser eingeschlossen.

Der Digitalverband Bitkom konnte eine Verdoppelung der Cyberangriffe aus Russland in den letzten zwei Jahren feststellen – 80 Prozent der befragten Unternehmen waren bereits Opfer von digitalen Angriffen. Laut Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder wurde ein relevanter Teil der Attacken auf russische und chinesische Quellen zurückgeführt. Die jährlichen Verluste durch Cyberangriffe belaufen sich Rohleder zufolge auf beeindruckende 148 Milliarden Euro, und Schwachstellen zeigt der Verband bei Infrastruktur, Institutionen und der Fortbildung von Mitarbeitern auf.

Faeser unterstrich die Notwendigkeit, die Cyberabwehr zu stärken und effektiv gegen schwerwiegende Angriffe vorzugehen, ohne sich von ausländischen Regimes einschüchtern zu lassen. Derweil berichtete BKA-Chef Holger Münch, dass Cyberkriminelle zunehmend Künstliche Intelligenz einsetzen, um effektiver Phishing-Attacken durchzuführen, wodurch das Erkennen derartiger Bedrohungen zunehmend erschwert wird.