19. Mai, 2024

Technologie

Cybergefahren aus dem Osten: Bitkom meldet alarmierende Zunahme von Angriffen

Cybergefahren aus dem Osten: Bitkom meldet alarmierende Zunahme von Angriffen

Die Bedrohungslage im Cyberraum hat für deutsche Unternehmen eine neue Dimension erreicht. Der Digitalverband Bitkom berichtet von einer besorgniserregenden Zunahme der Cyberangriffe, insbesondere aus China und Russland. Laut Bernhard Rohleder, dem Hauptgeschäftsführer des Verbands, hat sich die Zahl der Angriffe aus Russland innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Eine beängstigende Zahl von 80 Prozent der deutschen Firmen seien bereits Opfer von Datendiebstahl, Spionage oder Sabotage geworden. Bemerkenswert ist dabei, dass fast die Hälfte aller Attacken auf russische Akteure zurückgeführt werden können, während für 42 Prozent der Angriffe China als Ursprungsland identifiziert wurde.

Zeitgleich erwartet die Öffentlichkeit die Präsentation des 'Bundeslagebilds Cybercrime 2023' durch Bundesinnenministerin Nancy Faeser und den BKA-Präsidenten Holger Münch in Wiesbaden. Die Vorabinformationen des BKA konstatieren, dass sowohl die Anzahl der Straftaten aus dem Ausland als auch die durch Cyberkriminalität verursachten Schadenssummen für deutsche Unternehmen seit Jahren kontinuierlich ansteigen.

Die Schadensbilanz macht den Ernst der Situation deutlich: Nach Aussagen Rohleders belaufen sich die jährlichen Verluste durch digitale Angriffe auf 148 Milliarden Euro – ein enormer Betrag, der die Wirtschaftskraft erheblich schwächt. Dabei spielen sowohl organisierte Kriminelle als auch ausländische Geheimdienste eine Rolle. Die verwundbarsten Punkte seien Infrastruktur, Institutionen und deren Mitarbeiter. Aus Sicht des Bitkom-Chefs wird in Deutschland zu wenig in die Sensibilisierung und Fortbildung der Teams investiert.

Rohleder hebt hervor, dass es unterschiedliche Motive für Cyberattacken gibt. Einige Täter sind primär auf finanziellen Gewinn aus, während andere darauf abzielen, maximalen Schaden anzurichten – insbesondere für die kritische Infrastruktur wie Energieversorgung oder medizinische Einrichtungen. Nicht zu vernachlässigen ist auch eine Gruppe von vornehmlich Privatpersonen, deren Antrieb schlichtweg die Unterhaltung ist.

Aktuelle Sicherheitskonzepte müssen also ein breites Spektrum von Bedrohungen abdecken, von der finanziell motivierten Cyberkriminalität bis hin zu staatlich geförderten Cyberoperationen.