21. Juni, 2024

Politik

Cyberangriff auf CDU: Deutsche Parteien im Visier professioneller Hacker

Cyberangriff auf CDU: Deutsche Parteien im Visier professioneller Hacker

Eine Woche vor der Europawahl wurde die CDU Opfer einer schweren Cyber-Attacke. Dieser Angriff wird in Regierungskreisen sehr ernst genommen. Das Innenministerium bestätigte die Attacke auf das Netzwerk der Partei, konnte jedoch aufgrund laufender Ermittlungen keine weiteren Details zu Schaden oder Angreifern bekannt geben. Ein Ministeriumssprecher äußerte jedoch, dass die Art des Vorgehens auf einen sehr professionellen Akteur hindeute.

Es bleibt unklar, ob sensible Daten betroffen waren. Vorsorglich wurde die IT-Infrastruktur teilweise vom Netz genommen und isoliert, während die Internetseite der CDU weiterhin verfügbar ist. Generalsekretär Carsten Linnemann und der Thüringer CDU-Landesvorsitzende Mario Voigt stellten klar, dass die CDU sich nicht einschüchtern lassen werde. Voigt betonte, dass dieser Angriff die CDU als Bedrohung für jene Kräfte sehe, die ein schwaches Europa wünschen - unabhängig von deren Sprache.

Die CDU arbeitet derzeit eng mit deutschen Sicherheitsbehörden und externen Sicherheitsexperten zusammen. Verfassungsschutz und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik haben Ermittlungen aufgenommen. Angesichts des Vorfalls möchte der Verfassungsschutz eine Warnung an alle Bundestagsparteien herausgeben und die Schutzmaßnahmen gegen digitale und hybride Bedrohungen erhöhen.

Vor einem Jahr wurde auch die SPD Ziel eines Cyber-Angriffs, welcher laut Bundesregierung von einer russischen Militäreinheit ausging. Damals hackten die Cyberkriminellen E-Mail-Konten der Partei. Solche Angriffe seien Teil einer breiteren Kampagne gegen mehrere europäische Länder gewesen. Deutsche Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Rüstung, Luft- und Raumfahrt und IT-Dienstleistungen waren ebenfalls betroffen.

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter äußerte, dass auch der aktuelle Angriff auf die CDU von russischen Tätern stammen könnte. Er verwies auf die Hackergruppe Fancy Bear, die 2015 einen umfassenden Angriff auf den Bundestag verübte und auch für die Angriffe auf die SPD und CDU verantwortlich gemacht wird. Der Digitalverband Bitkom warnte vor der zunehmenden Zahl solcher Angriffe aus Russland und China auf deutsche Unternehmen.

Mario Voigt betonte abschließend, dass es den Angreifern auch darum gehe, das Vertrauen der Bürger in den staatlichen Schutz zu untergraben. Die Bedrohungslage sei so hoch wie nie zuvor, und es müsse verstärkt Aufklärungsarbeit über die staatlich unterstützten Cyberangriffe und deren Auswirkungen geleistet werden.