17. Juli, 2024

Wirtschaft

Continental: Herausforderungen in Europa, Wachstum in China

Continental: Herausforderungen in Europa, Wachstum in China

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental prognostiziert für das laufende Geschäftsjahr in Europa weiterhin schwierige Marktbedingungen in der Autozulieferbranche. Laut einer Analystenkonferenz am Mittwochabend, deren Zusammenfassung von Continental veröffentlicht wurde, dürfte der europäische Markt eher am unteren Ende der internen Erwartungen abschneiden. Im Gegensatz dazu wird der chinesische Markt als Hauptwachstumstreiber für das Unternehmen gesehen.

Bereits im Mai hatte Continental im Rahmen der Geschäftszahlen für das erste Quartal einen Rückgang des Produktionsvolumens für Autos und leichte Nutzfahrzeuge in Europa um ein bis drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr angekündigt. Trotz dieser Herausforderungen legte die Conti-Aktie auf der Handelsplattform Tradegate nachbörslich um 0,6 Prozent im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs am Mittwoch zu.

Im Bereich der Preisentwicklung konnte der Konzern im zweiten Quartal wie prognostiziert Fortschritte verzeichnen. Da Continental aufgrund der niedrigen Margen weiterhin Druck spürt, verhandelt das Unternehmen mit Auto- und Lkw-Herstellern über Preiserhöhungen. Die im zweiten Quartal eingeleiteten Sparmaßnahmen in der Autosparte sollen zudem erste Effekte zeigen und über das Jahr weiter ansteigen. Bis 2025 plant das Unternehmen Einsparungen von rund 400 Millionen Euro durch Stellenkürzungen in der Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung. Insgesamt sollen weltweit 7150 Positionen wegfallen.

Im Reifengeschäft zeigt sich bei der Erstausstattung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr weiterhin eine schwache Marktpräsenz. Allerdings weisen die Reifenersatzmärkte im zweiten Quartal erste Anzeichen einer Erholung auf. Trotz dessen blieb die Entwicklung in der Reifensparte hinsichtlich Preisen und Absatzmix zunächst leicht negativ. Eine Normalisierung wird jedoch in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Um die Transparenz am Markt zu erhöhen, hält Continental vor der üblichen Ruheperiode vor Bekanntgabe der Quartalsergebnisse eine zusammenfassende Schalte zu den jüngsten Entwicklungen ab, bekannt als "pre-close call". Solche Veranstaltungen haben in der Vergangenheit oft zu erheblichen Kursbewegungen bei den Aktien verschiedener Unternehmen geführt.