17. Juli, 2024

Wirtschaft

Chinas Zentralbank greift in den Anleihemarkt ein: Maßnahmen zur Stabilisierung der Renditen

Chinas Zentralbank greift in den Anleihemarkt ein: Maßnahmen zur Stabilisierung der Renditen

Die chinesische Zentralbank plant, direkt in den Anleihemarkt einzugreifen, um den jüngsten Anstieg der Anleihenkurse und den daraus resultierenden historischen Rückgang der Kreditkosten zu stoppen. Diese Ankündigung markiert eine deutliche Zunahme der Besorgnis der Behörden über die derzeitige Marktentwicklung. Die People's Bank of China kündigte an, in naher Zukunft Staatsanleihen von Primärhändlern im offenen Markt zu leihen. Diese Entscheidung basiert auf 'umsichtigen Beobachtungen und Bewertungen der aktuellen Marktsituationen' und zielt darauf ab, 'den stabilen Betrieb des Anleihemarktes aufrechtzuerhalten'. Nach dieser Mitteilung sank die Rendite der zehnjährigen chinesischen Staatsanleihe um zwei Basispunkte auf 2,18 Prozent – der niedrigste Wert seit Beginn der Datenerfassung durch Bloomberg im Jahr 2002. Investoren haben verstärkt in diese Anleihen investiert, da sie in einer schwachen Wirtschaft nach sicheren Häfen suchen. Fachleute interpretieren die Erklärung der Zentralbank als Versuch, die Marktrallye durch den Verkauf von Anleihen zu kühlen und die Nachfrage zu dämpfen. Zhang Ming, Senior Fellow und stellvertretender Direktor am Institut für Finanzen und Banken der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, sagte: 'Die People's Bank of China wird künftig ein regelmäßiger und aktiver Händler auf dem Sekundärmarkt für Staatsanleihen sein.' Er fügte hinzu, dass die chinesische Regierung in den kommenden Jahren den Verkauf von Staatsanleihen erheblich steigern werde. Im Anschluss an die Erklärung stiegen die Renditen der zehn- und dreißigjährigen chinesischen Staatsanleihen auf 2,2 Prozent bzw. 2,4 Prozent. Anleiherenditen steigen, wenn die Preise fallen. Die chinesischen Regulierungsbehörden zeigen sich alarmiert über die aktuelle Begeisterung für Staatsanleihen. Die People's Bank of China warnte wiederholt, dass die übermäßige Nachfrage nach Anleihen das Risiko einer Krise ähnlich dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank in den USA im letzten Jahr berge. Ming Ming, Chefökonom bei Citic Securities, kommentierte: 'Die heutige Ankündigung bedeutet, dass die Zentralbank bald Staatsanleihen auf dem offenen Markt verkaufen wird. Ein solcher Verkauf durch die Zentralbank würde helfen, das Renditeniveau am langen Ende der Kurve zu stabilisieren und Zinsrisiken zu verhindern.' Der Gouverneur der People's Bank of China, Pan Gongsheng, betonte vor zwei Wochen auf einem Forum, dass die Bank bereit sei, Staatsanleihen im Sekundärmarkt zu handeln. Er stellte klar, dass der geplante Handel für Staatsanleihen nicht mit quantitativer Lockerung gleichzusetzen sei. 'Die Einbeziehung des Kaufs und Verkaufs von Staatsanleihen in den geldpolitischen Werkzeugkasten bedeutet nicht, dass wir quantitative Lockerung betreiben werden,' sagte Pan. 'Es soll als Kanal zur Basisgeldinjektion und als Instrument für das Liquiditätsmanagement dienen.'