21. Juni, 2024

Politik

Charkiws Bücherherz schwer getroffen – Russischer Raketenbeschuss fordert Opfer

Charkiws Bücherherz schwer getroffen – Russischer Raketenbeschuss fordert Opfer

Die ostukrainische Großstadt Charkiw wird weiterhin von russischen Angriffen heimgesucht. In einer neuerlichen Eskalation traf in der vergangenen Nacht das Gelände eines Unternehmens direkte Schäden, wobei eine Frau Verletzungen erlitt. Der Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow berichtete über massive Beschädigungen am Dach und an der Fassade der Firmenimmobilie, während auf Telegram zusätzlich Schäden an mehreren Wohnbauten dokumentiert wurden.

Die Angriffe erreichten am vorangegangenen Tag einen tragischen Höhepunkt: Sieben Todesopfer waren zu beklagen, als eine russische Rakete eine der größten Buchdruckereien des Landes traf. Dieser Vorfall hinterließ weitere 23 Verletzte und führte zum Verlust von 50.000 Büchern, ein Symbol kulturellen Lebens, sodass Präsident Wolodymyr Selenskyj diesen als Krieg gegen die Menschheit und das normale Dasein verurteilte.

Der Angriff auf die kulturelle Identität der Ukraine wird auch vom anerkannten Schriftsteller Serhij Zhadan in den sozialen Medien hervorgehoben. Mit einem Bild vor einem Buchladen, der sich auf ukrainische Literatur spezialisiert hat, unterstreicht Zhadan die Bedeutung des ukrainischen Buches als nationalen Kraftträger, welcher nun Ziel der Zerstörungswut geworden sei. Diese Offensive folgt auf einen ähnlichen Vorfall im März, als eine andere Druckerei in Charkiw vernichtet wurde.

Die Gesamtzahl der umfunktionierten Flugabwehrraketen, welche über Charkiw und die Umgebung niedergegangen sind, beträgt etwa 15, insbesondere handelt es sich um Systeme der Typen S-300 oder S-400. Laut Synjehubow gab es dabei auch außerhalb der Stadt zwei Todesfälle. Die Millionenstadt, die seit über zwei Jahren unter dem russischen Angriffskrieg leidet, sieht sich fortwährend Luftangriffen ausgesetzt. Vor kurzem begannen die russischen Truppen zusätzlich mit einer Bodenoffensive im Grenzgebiet zu Charkiw. Die Frontlinie der russischen Streitkräfte näherte sich dabei bis auf weniger als 20 Kilometer der Stadtgrenze. Bis jetzt wurden aus den benachbarten Landkreisen bereits 11.000 Personen in Sicherheit gebracht.