13. April, 2024

Wirtschaft

Cannabis-Teillegalisierung: Deutsche Konzerne bleiben bei strengen Suchtmittelpolitiken

Cannabis-Teillegalisierung: Deutsche Konzerne bleiben bei strengen Suchtmittelpolitiken

Die jüngste Änderung im deutschen Betäubungsmittelgesetz, welche den Umgang mit Cannabis in der Bundesrepublik ab dem 1. April neu regelt, hat breite Diskussionen ausgelöst. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf gesellschaftlichen, sondern ebenso auf unternehmerischen Herausforderungen. Eine Handvoll DAX-gelisteter Unternehmen hat sich nun zur Fragestellung geäußert, inwiefern die Liberalisierung Einfluss auf die bisherigen Arbeitsplatzregelungen in Bezug auf Alkohol und andere Suchtmittel haben könnte.

Beim renommierten Autozulieferer Continental herrscht Klarheit durch lokale Betriebsvereinbarungen, die generell ein absolutes Verbot von Alkohol und anderen Rauschmitteln an den deutschen Standorten vorsehen. Auch während Firmentreffen bleibt das Regelwerk stringent, wobei dort Ausnahmen anlassbezogen möglich sind.

Ähnliche Töne schlägt der Konsumgüterriese Beiersdorf an. Ein gesundes Arbeitsumfeld steht hier im Mittelpunkt, weshalb der Konsum jeglicher Substanzen, die Berauschung bewirken könnten, am Arbeitsplatz verbannt ist. Alkoholkonsum wird gelegentlich bei zentralen Veranstaltungen in Hamburg toleriert, die Teillegalisierung von Cannabis wird jedoch keine Auswirkungen auf diese Praxis haben.

BMW befindet sich aktuell in der Phase der Prüfung und Ausarbeitung von betrieblichen Regeln in Bezug auf die neuen gesetzlichen Bedingungen. Gespräche sind im Gange, eine grundlegende Arbeitsanweisung jedoch unverändert: das Arbeiten unter Einfluss berauschender Substanzen ist unzulässig.

Im Hause Daimler Truck wird ebenfalls keinerlei Konsum von Suchtmitteln während der Arbeitszeit geduldet – das beinhaltet ausdrücklich auch Cannabis. Der Logistikkonzern DHL Group pflichtet bei und betont, dass Substanzen, die zu Verhaltensänderungen oder einem eingeschränkten Reaktionsvermögen führen können, keinen Platz im Berufsalltag haben.

Auch Henkel, ein weiterer Schwergewicht im Bereich Konsumgüter, vertritt die Position, dass Cannabis gleichermaßen wie Alkohol und andere Rauschmittel am Arbeitsplatz nichts verloren habe.

Der Energieriese Eon orientiert sich an einem strikten Betriebskonzept der "Punktnüchternheit" und hebt hervor, wie wichtig ein suchtmittelfreies Arbeitsumfeld für die Sicherheit und Produktivität ist.

Die Deutsche Telekom pflegt ein ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement und ist im Zuge der Veränderungen bestrebt, ihre Betriebsvereinbarungen zu Suchtmitteln zu aktualisieren.

Nicht zuletzt betont auch Infineon die Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, wobei der Konsum von Suchtmitteln klar gegen die Unternehmensvorgaben verstößt.

Zusammengefasst verbleiben die namhaften deutschen Unternehmen bei ihrer Linie einer strikten Suchtmittelpolitik am Arbeitsplatz. Die neue Gesetzgebung ändert wenig bis nichts an diesen festen Unternehmensregeln, welche die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleisten sollen.