21. Juni, 2024

Wirtschaft

BVB und Rheinmetall: Sponsoring-Deal sorgt für Diskussionsstoff

BVB und Rheinmetall: Sponsoring-Deal sorgt für Diskussionsstoff

Borussia Dortmund hat sich drei Tage vor dem entscheidenden Spiel gegen Real Madrid im Champions-League-Finale eine neue Finanzspritze gesichert: Der Fußball-Bundesligist verkündete eine dreijährige Partnerschaft mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall. Ein laut "Handelsblatt" einstelliger Millionen-Euro-Betrag fließt jährlich von dem Düsseldorfer Unternehmen in die Vereinskasse. Die Kooperation erstreckt sich auf reichweitenstarke Werbeflächen, Vermarktungsrechte sowie exklusive Event- und Hospitality-Angebote. Über den genauen finanziellen Rahmen des Deals wurde Stillschweigen vereinbart.

BVB-Chef verteidigt Entscheidung

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betonte die Bedeutung von Sicherheit und Verteidigung als Grundpfeiler der Demokratie und verteidigte die Zusammenarbeit: „Deshalb halten wir es für die richtige Entscheidung, uns sehr intensiv damit zu beschäftigen, wie wir diese Eckpfeiler schützen.“ Er zeigt sich offen für einen Dialog und blickt der Kooperation erwartungsvoll entgegen. Auch Rheinmetall-Chef Armin Papperger begrüßte die Partnerschaft: "Mit dem BVB und Rheinmetall haben sich zwei Partner gefunden, die mit ihren Ambitionen, ihrer Haltung und ihrer Herkunft gut zueinander passen."

Ein brisantes Timing

Dennoch dürfte die Diskussion um das Sponsoring ausgerechnet vor dem Champions-League-Finale hochschlagen. BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl hatte erst am Dienstag zu voller Konzentration auf das Spiel aufgerufen: "Es gibt jetzt nur noch ein einziges Thema, und das ist dieses Finale."

Es ist wohl das erste Mal, dass ein Bundesligaclub von einem Rüstungskonzern gesponsert wird, was bereits für Diskussionen sorgt. Fans und die Deutsche Friedensgesellschaft äußerten scharfe Kritik; sie forderten die Beendigung des Deals. Ein Waffenhersteller, so der Vorwurf, passe nicht zu den Werten, die der BVB und der Fußball insgesamt vertreten.

Rheinmetall bereits im Sport-Sponsoring aktiv

Für Rheinmetall ist Sponsoring jedoch kein Neuland: Der Konzern unterstützt bereits den Handball-Club Bergischer HC. Angesichts von Wachstumszahlen und einem stark gestiegenen Aktienkurs nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ist das Unternehmen, das auch Kfz-Zulieferer ist, im Aufwind. Trotz kontroverser Reaktionen steht Rheinmetall mit seinen Geschäftsbereichen und dem wachsenden Auftragsbestand stabil im Markt. Der Umsatz soll dieses Jahr 10 Milliarden Euro erreichen, fast doppelt so viel wie vor dem Ukraine-Krieg.