19. Mai, 2024

Wirtschaft

Bundesnetzagentur reformiert Mobilfunklizenzvergabe

Bundesnetzagentur reformiert Mobilfunklizenzvergabe

Die Karten im deutschen Handynetzausbau werden neu gemischt. Statt der üblichen Auktionen wird die Bundesnetzagentur ein neues Modell für die Frequenzvergabe einführen, das die bisherigen Versteigerungen ablösen soll. Hierfür legt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, heute ein bedeutendes Regelwerk vor, das einen Wendepunkt in der Vergabe von Mobilfunknutzungsrechten markiert. Im Vergleich zu den Einnahmen der letzten Auktion im Jahr 2019, die 6,5 Milliarden Euro in die Staatskasse spülten, werden den Netzbetreibern nun deutlich günstigere Konditionen geboten. Die neuen Gebühren sollen bei ungefähr einem Drittel der Summe liegen, die zuletzt bei einer Auktion erzielt wurde. Doch die Mobilfunkanbieter müssen sich im Gegenzug auf strengere Auflagen einlassen, insbesondere die Verbesserung des ländlichen Empfangs gerät in den Fokus. Angesichts der bestehenden vier großen Netzanbieter und der begrenzten verfügbaren Frequenzen erscheint dieses Vorhaben als ausgewogener Kompromiss zwischen staatlichem Interesse und wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Wie lange die vergebenen Nutzungsrechte letztendlich Bestand haben werden, ist aktuell noch unbestimmt. Allerdings plant die Agentur, in den kommenden Jahren auf ein Auktionsmodell zurückzugreifen. Als etablierte Netzbetreiber treten die Telekom, Vodafone und O2 Telefónica auf den Plan. Auch der Neueinsteiger 1&1 tritt als Mitspieler auf, allerdings mit einem deutlich kleineren Netz. Bei den anstehenden Lizenzverlängerungen muss 1&1 jedoch voraussichtlich noch zurückstehen. Trotz der heutigen Vorstellung eines Entscheidungsentwurfs bleibt die endgültige Beschlussfassung ein Ereignis des Herbstes.