18. Juli, 2024

Wirtschaft

Bundeskartellamt stellt wachsenden Preisabstand zwischen Tankstellen fest

Bundeskartellamt stellt wachsenden Preisabstand zwischen Tankstellen fest

Das Bundeskartellamt beobachtet eine zunehmende Preisdifferenz zwischen Autobahntankstellen und anderen Tankstellen im Land. Laut Andreas Mundt, dem Präsidenten der Behörde, sind die Preisaufschläge in den letzten Wochen deutlich gestiegen. Aktuell zahlen Verbraucher an Autobahntankstellen über 40 Cent mehr pro Liter Benzin und Diesel.

Eine besonders starke Preisexplosion verzeichnet Diesel. Während der Preisabstand im ersten Quartal des Jahres noch bei durchschnittlich 36 Cent pro Liter lag, stieg dieser zuletzt auf etwa 41 Cent. Bei Superbenzin der Sorte E5 betrug die Differenz im Frühjahr etwa 39 Cent, mittlerweile sind es knapp 42 Cent. Das Kartellamt rät Verbrauchern daher, Autobahntankstellen zu meiden und Tank-Apps zu nutzen. Der ADAC stützte diese Empfehlung mit eigenen, wenn auch kleineren Stichproben.

Kritik an den Preisaufschlägen äußerte vor allem die Partei Die Linke. Bundestagsabgeordneter Victor Perli erhebt den Vorwurf, die Betreiber würden Autofahrer ausnutzen, und fordert die Bundesregierung auf, das Problem durch eine Preisdeckelung zu lösen. Langfristig sollten die Raststätten wieder in öffentlicher Hand sein, so Perli.

Geringere Unterschiede zwischen den Bundesländern zeichnen sich hingegen ab. Am 30. Juni lagen beispielsweise bei Diesel 6 Cent zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland, bei Benzin waren es 5 Cent. Einige ostdeutsche Länder zählen weiterhin zu den teureren Regionen.

Das Kartellamt sieht mehrere Gründe für diese Unterschiede. Die östlichen Bundesländer sind stärker von dem Embargo auf russisches Öl betroffen. Die Raffinerien PCK und Leuna können zudem aktuell nicht zu 100 Prozent ausgelastet werden. Auch der Wegfall der Imports fertiger Kraftstoffe aus Russland, die traditionell eine wichtige Rolle in der Region spielten, verstärkt diesen Effekt.