25. Februar, 2024

Wirtschaft

Bundesanleihen unter Druck nach beeindruckenden US-Arbeitsmarktdaten

Bundesanleihen unter Druck nach beeindruckenden US-Arbeitsmarktdaten

Ein starker Wind weht aus der amerikanischen Wirtschaft und bringt Bewegung in die deutsche Anleihelandschaft. Ein überraschend positiver Arbeitsmarktbericht aus den Vereinigten Staaten vom Freitag sorgt für einen Abwärtstrend bei den Kursen deutscher Bundesanleihen. Der vielbeachtete Euro-Bund-Future gave bei einem Tagesverlust von 0,70 Prozent auf 134,98 Zähler nach, während die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,23 Prozent empor kletterte, nachdem sie noch am Tag zuvor einen Monatstief bei 2,22 Prozent erreicht hatte. Vor allem im Raum der Eurozone, zeigten sich ähnliche Entwicklungen – ein deutlicher Anstieg der Renditen.

Die Hauptrolle in diesem wirtschaftlichen Krimi spielen die USA, deren Beschäftigungszahlen für den Januar selbst die kühnsten Prognosen übertroffen haben. Die dynamische Gewinnung neuer Stellen setzt sich laut US-Arbeitsministerium merklich fort. Weiter zogen die Stundenlöhne überraschend stark an, während die Arbeitslosenquote auf einem bemerkenswert niedrigen Level verharrte. Solche markanten Signale könnten der US-Notenbank Federal Reserve zusätzliche Kopfschmerzen im Kampf gegen die Inflation bereiten, da die robusten Arbeitsmarktdaten eine straffe Geldpolitik rechtfertigen.

Experten der Commerzbank analysierten die Daten und stellen fest, dass sich das Beschäftigungswachstum seit Jahresbeginn als äußerst robust erweist, besonders nach Berücksichtigung der jüngsten Revisionen. Eine Wiederbelebung des Lohnwachstums in den letzten Monaten bestätigt ihren Eindruck. Nach deren Schlussfolgerung sei von einer schnellen Zinssenkung nicht auszugehen; die Commerzbank spekuliert sogar erst für Mai auf eine Lockerung der Geldpolitik.

Jerome Powell, Chef der Federal Reserve, äußerte sich in dieser Woche vorsichtig, indem er mehr Zuversicht hinsichtlich eines nachhaltigen Rückgangs der Inflation forderte, bevor erste Schritte zur Zinssenkung gewagt werden. Im Wirtschaftsdrama spielt der Arbeitsmarkt eine entscheidende Rolle, da er durch Beschäftigungs- und Lohnentwicklung die Inflation direkt beeinflusst.