17. Juli, 2024

Märkte

Bundesanleihen steigen leicht – Märkte unbeeindruckt von französischem Wahlergebnis

Bundesanleihen steigen leicht – Märkte unbeeindruckt von französischem Wahlergebnis

Die Kurse deutscher Bundesanleihen verzeichneten am Montag einen leichten Anstieg. Der Euro-Bund-Future, als richtungsweisender Terminkontrakt, legte bis zum Nachmittag um 0,15 Prozent zu und erreichte 131,28 Punkte. Die Rendite auf zehnjährige Bundesanleihen fiel parallel dazu auf 2,54 Prozent.

Das unerwartete Wahlergebnis in Frankreich, bei dem das Linksbündnis die Mehrheit der Abgeordneten in der Nationalversammlung errang, während das Parteienbündnis der Mitte und "Rassemblement National" die Plätze zwei und drei belegten, hatte nur begrenzten Einfluss auf den Anleihemarkt. Eine Regierungsbildung erscheint jedoch schwierig, da dem Linksbündnis die absolute Mehrheit fehlt.

Bruno Cavalier, Chefvolkswirt der Privatbank Oddo BHF, kommentierte, dass der linke Block Steuererhöhungen befürworte und der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gleichgültig gegenüberstehe. Eine Entspannung bei den Risikoprämien für französische Staatsanleihen sei daher nicht zu erwarten, vielmehr rechne man mit einem Anstieg, sollte sich der Haushaltsprozess verzögern oder Frankreich vom glaubwürdigen Kurs zur Sanierung der Staatsfinanzen abweichen.

Am Montag gaben die Renditen französischer Staatsanleihen nach, und der Risikoaufschlag zu deutschen Bundesanleihen verringerte sich trotz der Unsicherheit über die künftige Regierungsbildung.

Gleichzeitig bewegten enttäuschende Außenhandelsdaten aus Deutschland den Markt kaum. Deutsche Exporte fielen im Mai stärker als erwartet, doch die Importe gingen sogar noch deutlicher zurück.

Zusätzlich verschlechterte sich der Konjunkturindikator des Instituts Sentix im Juli. Nach acht Anstiegen in Folge zeigte sich erstmals eine Eintrübung. „Die jüngste Erholung der europäischen Wirtschaft findet ein jähes Ende“, so die Aussage von Sentix. Diese Entwicklung stellt einen bedeutenden Rückschlag dar.