12. April, 2024

Märkte

Bundesanleihen legen vor Fed-Entscheid zu – Entspannung bei Erzeugerpreisen

Bundesanleihen legen vor Fed-Entscheid zu – Entspannung bei Erzeugerpreisen

In einem von geldpolitischen Signalen geprägten Marktumfeld haben die Kurse deutscher Staatsanleihen Gewinne verzeichnet. So kletterte der Euro-Bund-Future, der gemeinhin als Indikator für die Zukunftserwartungen gilt, bis zum Mittag um respektable 0,18 Prozent auf 132,06 Zähler. Gleichsam fiel die Rendite für Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf einen Wert von 2,42 Prozent.

Die Situation wird unter anderem durch die neu veröffentlichten Zahlen zu den deutschen Erzeugerpreisen beeinflusst, die im Februar einen überraschenden Rückgang von 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat erfuhren. Experten hatten ursprünglich eine weitaus moderatere Verminderung von lediglich 0,1 Prozent antizipiert. Als führender Indikator vermitteln die Erzeugerpreise Aufschluss über die preisliche Dynamik auf Produzentenebene, welche wiederum traditionellerweise Effekte auf die Verbraucherpreise zeitigt – ein nicht unwesentliches Kriterium für die geldpolitische Ausrichtung der Europäischen Zentralbank (EZB).

In dieser Hinsicht unterstrich EZB-Präsidentin Christine Lagarde erneut, dass die künftige Ausrichtung der Geldpolitik im Euroraum wesentlich von der Wirtschaftslage sowie den entsprechenden Daten abhängig sein wird. Diese Ankündigung wiederholte sie bei einer Notenbankkonferenz in Frankfurt und betonte ihre Gültigkeit auch für den Zeitraum nach einer allfälligen Lockerung der derzeit straffen Geldpolitik.

Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich nun gen Abend auf die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank. Die Markterwartungen deuten auf eine Beibehaltung des Leitzinses zwischen 5,25 und 5,50 Prozent hin. Jedoch richtet sich das Interesse vornehmlich auf potenzielle Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell hinsichtlich des Zeitpunkts möglicher Zinssenkungen. Angesichts einer überraschend hartnäckig hohen Inflation in den Vereinigten Staaten in den ersten beiden Monaten des Jahres steht diese Prognose offenbar im Gegensatz zu vorherigen Annahmen einer Leitzinswende schon im Juni, so eine Einschätzung in einem Kommentar der Dekabank.