23. Juni, 2024

Märkte

Bundesanleihen im Plus – EZB-Spekulationen beflügeln

Bundesanleihen im Plus – EZB-Spekulationen beflügeln

Die deutschen Staatspapiere verzeichnen zu Wochenbeginn leichte Gewinne. Der Euro-Bund-Future, der als Gradmesser für die Entwicklungen am Anleihemarkt gilt, kletterte um 0,22 Prozent nach oben und notierte damit bei einem Stand von 130,38 Punkten. Zugleich ließ die Rendite der über zehn Jahre laufenden Bundesanleihen nach und bildete sich auf 2,55 Prozent zurück.

Positiven Einfluss auf dieses Geschehen nahmen Äußerungen des französischen Zentralbankchefs Francois Villeroy de Galhau, der eine rasche Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits im Juli ins Spiel brachte – und dies, nachdem der erste Schritt zu einer Zinssenkung bereits im Juni erwartet wird. Finanzmarktakteure gehen indessen von einer Pausierung durch die EZB nach dem initialen Lockerungsakt aus, was insbesondere mit der hartnäckigen und nur langsam nachlassenden Inflation begründet wird.

In Deutschland enttäuschte das Ifo-Geschäftsklima die Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung, indem es eine Stagnation im Mai offenlegte, während Marktbeobachter mehrheitlich von einer Aufhellung ausgingen. Obschon sich die Geschäftserwartungen aufhellten, fiel die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage durch die Unternehmen skeptischer aus.

Ein Wermutstropfen für die jüngsten positiven Wirtschaftsdaten, wie Landesbank Baden-Württembergs Ökonom Elmar Völker bemerkt. Ähnlich äußerten sich die Fachleute der Landesbank Hessen-Thüringen, die sich von der Stagnation überrascht zeigten. Schließlich hätten andere Frühindikatoren eine aufwärtsgerichtete Bewegung suggeriert. Die wirtschaftliche Erholung scheine ein zögerliches Gesicht zu zeigen, konstatiert der Analyst Ulrich Wortberg.