24. Mai, 2024

Wirtschaft

Britischer Arbeitsmarkt verliert an Fahrt

Britischer Arbeitsmarkt verliert an Fahrt

Eine merkliche Abschwächung des britischen Arbeitsmarktes kennzeichnet den Auftakt des Jahres. Aktuelle Zahlen aus dem Vereinigten Königreich verzeichnen für das erste Quartal eine steigende Arbeitslosenquote bei gleichzeitig sinkender Beschäftigungsrate. Trotz dieser Entwicklung steht die Wirtschaft weiterhin vor der Herausforderung deutlich anziehender Löhne, was zusätzliche Brisanz in die Debatten um die Inflationsbekämpfung der Bank of England bringt.

Dem Office for National Statistics (ONS) zufolge ist die Arbeitslosenrate in den ersten drei Monaten auf 4,3 Prozent geklettert, ein Anstieg um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal und ein Indiz für ein Nachlassen der Arbeitsmarktdynamik. Dies fällt zusammen mit einem Rückgang der Erwerbsquote um 0,6 Punkte auf 74,5 Prozent, ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Arbeitsmarkt nicht mehr die Stärke des Vorjahres besitzt.

Auch wenn die Zahl der vakanten Stellen mit nahezu 900.000 immer noch auf einem hohen Niveau verharrt, zeigt sich auch hier ein Abwärtstrend. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Anzahl unbesetzter Arbeitsplätze um 26.000 gesunken, doch bleibt sie über dem Niveau vor Ausbruch der Pandemie.

Derweil sorgt die Löhndynamik für zusätzlichen Diskussionsstoff: Entgegen einer allgemeinen Abschwächung stiegen die Löhne und Gehälter in besagtem Quartal nominal um 6,0 Prozent und übertrafen damit die Prognosen von Marktbeobachtern. Das entspricht einem realen Zuwachs von 2,0 Prozent, der Inflation Bereinigt.

Für die Bank of England, die angesichts der hartnäckig hohen Inflation ihre Geldpolitik bisher straff gestaltet, könnte der geschwächte Arbeitsmarkt als Entlastung wirken, indem er den Lohndruck mindert. Die stark ansteigenden Löhne könnten jedoch ihre Pläne für eine eventuell bevorstehende Zinssenkung untergraben, denn diese fördern weiterhin die Inflation.