19. Mai, 2024

Märkte

Britische Aktionäre setzen auf Aktienboom

Britische Aktionäre setzen auf Aktienboom

Britische Anleger haben die diesjährige ISA-Saison (Individual Savings Account) genutzt, um verstärkt in Aktienfonds zu investieren und sich damit ein Stück vom Aufschwung an den Börsen zu sichern. Laut einer Auswertung des Fondsnetzwerks Calastone wurden zwischen dem 15. Februar und dem 5. April, dem Ende der ISA-Saison 2023-24, insgesamt 1,93 Milliarden Pfund in Aktienfonds angelegt. Diese Summe übersteigt die Investitionen aus dem Vorjahreszeitraum um das Fünffache und markiert den Höchststand der letzten zehn Jahre.

Edward Glyn, Leiter der globalen Märkte bei Calastone, bekräftigt den Trend: Seit Jahresbeginn würden die Anleger die Chancen des Bullenmarkts erkennen und ihre Portfolios entsprechend aufstocken.

Im ersten Quartal dieses Jahres platzierten britische Sparer netto fast 7 Milliarden Pfund in Aktienfonds; allein im April kamen weitere 2 Milliarden Pfund hinzu. Von Jahresbeginn bis zum 5. April legte der S&P 500 um 10 Prozent zu, während der Dow Jones um 3 Prozent und der Dax um 8 Prozent zulegten.

Glyn merkt an, dass derzeit eine "Risk-on"-Mentalität vorherrscht, wodurch Anleger größere Risiken eingehen. Im April flossen daher Gelder aus Geldmarktfonds ab, es handelte sich um den ersten derartigen Abfluss seit Januar 2023 aus Großbritannien, wobei netto 100 Millionen Pfund abgezogen wurden.

Mit dem Auslaufen der ISA-Saison, der jährlichen Frist bis April, in der Sparer ihr steuerfreies Limit von 20.000 Pfund ausschöpfen sollten, konzentrieren sich Investoren auf risikobehaftete Anlagen mit erhofften höheren Renditen.

Obwohl der FTSE 100 seit Jahresbeginn stetig gestiegen ist und schließlich im April einen Rekord erreichte, entzogen die britischen Anleger dem heimischen Markt weiterhin Gelder. Allein im April wurden 665 Millionen Pfund aus auf Großbritannien fokussierten Aktienfonds abgezogen. Dies stellt den 35. aufeinanderfolgenden Monat eines Nettoabflusses aus dem Sektor dar, in welchem insgesamt 21,3 Milliarden Pfund abgezogen wurden.

Finanzminister Jeremy Hunt hat Pläne angekündigt, britische Unternehmen durch erhöhte steuerfreie Anlagegrenzen für in Großbritannien notierte Aktien anzukurbeln. Es wird die Einführung eines neuen "British ISA" erwogen, der Anlegern ein zusätzliches steuerfreies Limit von 5.000 Pfund für Investments in britische Unternehmen bieten soll.

Auch im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere zeigten sich britische Sparer im ersten Quartal investitionsfreudig: 1,2 Milliarden Pfund flossen hier ein, sowie weitere 422 Millionen Pfund im April. Die Investitionsplattform Hargreaves Lansdown berichtete, dass im ersten Quartal des Jahres britische Staatsanleihen besonders gefragt gewesen seien.

Zugleich zogen Anleger 162 Millionen Pfund aus Fonds für Schwellenländer ab und beendeten damit eine 18-monatige Serie von Nettoinvestitionen in diese Märkte.