15. Juli, 2024

Politik

Britannien stärkt wissenschaftliche Allianzen nach Brexit-Turbulenzen

Britannien stärkt wissenschaftliche Allianzen nach Brexit-Turbulenzen

Die Beziehungen des Vereinigten Königreichs zur globalen Wissenschaftsgemeinschaft sollen auf ein neues Fundament gestellt werden, nachdem Spannungen durch den Brexit und steigende Einwanderungskosten für internationale Forscher die Kooperation belastet haben. Sir Patrick Vallance, frisch ernannter Wissenschaftsminister unter Sir Keir Starmer, verkündete auf dem Treffen der G7-Wissenschaftsminister in Bologna, Italien, dass das Königreich eine verlässliche Partnerschaft anstrebe.

Großbritannien plane, seine internationale Reputation durch die Bewerbung als Gastgeber eines neuen wissenschaftlichen Forschungszentrums zu verbessern. Diese Ambitionen sollen in einer Geisteshaltung von Demut und gemeinschaftlichem Engagement umgesetzt werden. Vallance betonte, dass das Land ein zuverlässiger Partner und guter Nachbar auf der Weltbühne sein möchte.

Weitere Details zu diesem Vorhaben ließ Vallance offen. Unter der neuen Labour-Regierung, die kürzlich die Parlamentswahl gewann, wird die Bedeutung der Lebenswissenschaften als Motor für Innovation und Wachstum besonders hervorgehoben. Vallance lobte die Arbeit des multinationalen CERN-Teilchenbeschleunigers bei Genf, bei dem Großbritannien der zweitgrößte Beitragszahler ist. Die vorherige konservative Regierung hatte den Physiker Professor Mark Thomson als nächsten CERN-Leiter vorgeschlagen.

Zusätzlich hob Vallance das Forschungsprojekt des Square Kilometre Array Observatory hervor, welches die weltweit größten Radioteleskopanlagen in Australien und Südafrika baut, unterstützt vom UK's Jodrell Bank Centre for Astrophysics. Diese Projekte verdeutlichen, dass wissenschaftliche und technologische Fortschritte am besten durch internationale Zusammenarbeit erzielt werden.

Der G7-Gipfel bot eine Plattform, um das Vereinigte Königreich als ein Land zu präsentieren, das offen für Wissenschaft und Technologie ist. Vallance, ehemals Forschungs- und Entwicklungspräsident bei GSK, ist eine von mehreren frühen Expertenberufungen der neuen Regierung. Als maßgeblicher Akteur während der Covid-19-Pandemie war Vallance von 2018 bis 2023 wissenschaftlicher Chefberater der Regierung.

Großbritannien wolle von bestehenden und potenziellen neuen Partnern hören, wie wissenschaftliche Verbindungen gestärkt werden können, um Gesundheitsprobleme zu bewältigen, öffentliche Dienste zu verbessern und die grüne Revolution voranzutreiben. Besonders betonte Vallance die Wichtigkeit der erneuten Anbindung an das EU-Horizon-Innovationsforschungsprogramm nach über sieben Jahren der Unsicherheit seit dem Referendum von 2016.