20. Februar, 2026

Quartalszahlen

Bremsversagen bei SAF-Holland: US-Zoll-Terror und Auftrags-Loch reißen fränkischen Riesen in die Tiefe

Schock-Zahlen aus Bessenbach: Der Lkw-Zulieferer SAF-Holland taumelt unter der Last der US-Zollpolitik und einer globalen Investitionsstarre. Umsatz und Margen brechen ein, während die Trump-Administration die Daumenschrauben für deutsche Exporteure weiter anzieht.

Bremsversagen bei SAF-Holland: US-Zoll-Terror und Auftrags-Loch reißen fränkischen Riesen in die Tiefe
Margen-Absturz bei SAF-Holland: Die bereinigte EBIT-Marge sinkt auf 9,5 %. Hohe Restrukturierungskosten belasten das fränkische Unternehmen.

Die Hiobsbotschaften für die deutsche Industrie reißen nicht ab, und nun hat es einen der wichtigsten Player im Schatten der großen Marken erwischt. Der fränkische Lkw-Zulieferer SAF-Holland meldete am Mittwoch vorläufige Zahlen, die an den Finanzmärkten für Entsetzen sorgten. Der Konzernumsatz krachte im abgelaufenen Geschäftsjahr um satte acht Prozent auf nur noch 1,73 Milliarden Euro zusammen.

Besonders schmerzhaft: Das einstige Vorzeigegeschäft in den Regionen Amerika und Asien-Pazifik ist förmlich eingefroren. SAF-Holland steht damit stellvertretend für eine ganze Branche, die zwischen den Fronten eines globalen Handelskrieges zerrieben wird. Die Investitionszurückhaltung der Logistikriesen hat ein Ausmaß erreicht, das die Planungen des Vorstands komplett über den Haufen geworfen hat.

Das Unternehmen begründete das schleppende Geschäft explizit mit der massiven Unsicherheit im Zusammenhang mit der US-Handelspolitik. Wenn in Washington über neue Barrieren nachgedacht wird, bleiben die Auftragsbücher in Bessenbach leer.

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Der US-Zoll-Würgegriff lässt das Amerika-Geschäft eiskalt erstarren

Hinter dem wirtschaftlichen Niedergang steht ein Name, der in den Vorstandsetagen für schlaflose Nächte sorgt: Donald Trump. Die aggressive US-Zollpolitik der neuen Administration hat eine Schockwelle durch die Transportbranche geschickt. Viele Speditionen und Flottenbetreiber in den USA haben ihre Bestellungen für neue Trailer und Fahrwerkssysteme auf Eis gelegt.

Die Angst vor explodierenden Kosten und unvorhersehbaren Handelsbarrieren ist greifbar. SAF-Holland, das einen Großteil seines Geschäfts in Nordamerika generiert, wird durch diese Unsicherheit direkt ins Mark getroffen. Die „Investitionszurückhaltung“ ist in Wahrheit eine Flucht der Kunden vor der unberechenbaren Politik Washingtons. Wenn die USA die Schotten dicht machen, steht beim fränkischen Achsen-Spezialisten das Band still.

Margen-Erosion und Restrukturierungs-Druck fordern ihren blutigen Tribut

Auch auf der Ertragsseite sieht es düster aus. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) sackte von 190 Millionen Euro im Vorjahr auf magere 164 Millionen Euro ab. Damit schrumpfte die bereinigte EBIT-Marge auf 9,5 Prozent – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 10,1 Prozent des Vorjahres. In der knallharten Welt der Zulieferer bedeutet das den Verlust von Millionen an Spielraum für künftige Innovationen.

Das Management macht neben dem schwachen Absatz auch höhere Restrukturierungsaufwendungen für das Debakel verantwortlich. SAF-Holland muss sich offenbar gesundschrumpfen, um in einem Umfeld aus negativen Währungseffekten überhaupt noch überlebensfähig zu bleiben. Die Kosten für den Umbau fressen derzeit jene Gewinne auf, die das Unternehmen dringend für die Transformation zur E-Mobilität im Truck-Sektor bräuchte.

Der 19. März als Tag der Abrechnung: Droht der totale Absturz im Ausblick 2026?

Anleger und Branchenexperten blicken nun mit Bangen auf den 19. März. Dann will SAF-Holland die finalen Jahreszahlen präsentieren und vor allem den Ausblick für das laufende Jahr 2026 offenlegen. Die Befürchtung ist groß, dass der Konzern keine schnelle Besserung in Sicht hat, solange der Handelsstreit zwischen den USA und der EU eskaliert.

Sollte sich der Trend der ersten Wochen des neuen Jahres fortsetzen, droht SAF-Holland ein Jahr der schmerzhaften Einschnitte. Ohne eine Entspannung an der Zollfront und eine Wiederbelebung des Neugeschäfts in Asien könnte der Zulieferer gezwungen sein, noch radikalere Maßnahmen zu ergreifen. Der fränkische Stolz steht auf dem Prüfstand – und die Uhr tickt unerbittlich.

Es bleibt die bittere Erkenntnis: Wenn die Großen in Washington und Peking streiten, bluten am Ende die Spezialisten in der deutschen Provinz.

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