Der Sportartikelhersteller Puma hat ein Geschäftsjahr hinter sich, das in den Büchern als eines der schwierigsten der jüngeren Unternehmensgeschichte eingehen wird. Nach einem strategischen „Reset“ ist der Konzern tief in die Verlustzone gerutscht.
Trotz dieser fundamentalen Schwäche zeigt sich der Kapitalmarkt paradoxerweise optimistisch. Die Puma-Aktie gab zwar vorbörslich nach, drehte im Handelsverlauf jedoch mit einem Plus von zeitweise über 2,8 Prozent ins Positive. Anleger scheinen die schlechten Nachrichten bereits eingepreist zu haben.
Die Finanzkennzahlen für 2025 offenbaren einen massiven Einbruch
Ein Blick auf die nackten Zahlen verdeutlicht das Ausmaß der Krise. Im Geschäftsjahr 2025 sanken die Umsätze währungsbereinigt um 8,1 Prozent auf 7,30 Milliarden Euro. Dieser Rückgang zieht sich durch alle Regionen und Produktkategorien.
Besonders dramatisch fiel die Entwicklung beim operativen Ergebnis aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stürzte von zuvor soliden 548,7 Millionen Euro auf minus 357,2 Millionen Euro ab. Eine solch negative Swing-Bewegung belastet die Bilanz schwer.
Unter dem Strich steht für die Herzogenauracher ein Nettoverlust von 643,6 Millionen Euro. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von minus 4,37 Euro. Damit wurden selbst pessimistische Szenarien bestätigt.
Das vierte Quartal beschleunigte den operativen Abwärtstrend drastisch
Wer auf eine Erholung zum Jahresende gehofft hatte, wurde enttäuscht. Im Schlussquartal beschleunigte sich der negative Trend sogar noch. Der währungsbereinigte Umsatz fiel um 20,7 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro, wenngleich Analysten im Schnitt mit noch weniger (1,45 Milliarden Euro) gerechnet hatten.
Das bereinigte EBIT im vierten Quartal rutschte mit minus 228,8 Millionen Euro tief in die roten Zahlen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 85,7 Millionen Euro erzielt wurde.
Die Segmentanalyse zeigt flächendeckende Schwächen: Der Bereich Schuhe verlor 25 Prozent an Umsatz, Textilien 14 Prozent und Accessoires 18 Prozent.
„2025 war für uns ein Reset-Jahr“, so CEO Arthur Höld zur Einordnung der katastrophalen Bilanz.
Auch das Jahr 2026 bleibt ein schwieriges Übergangsjahr mit Verlusten
Eine schnelle Trendwende ist nicht in Sicht. Das Management bereitet die Investoren auf ein weiteres Jahr der Restrukturierung vor. Für 2026 prognostiziert Puma einen erneuten währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.
Auch operativ wird keine schwarze Null erwartet. Das EBIT soll sich zwischen minus 50 und minus 150 Millionen Euro einpendeln. Der echte Turnaround wird strategisch erst für das Jahr 2027 anvisiert.

