15. Februar, 2026

Quartalszahlen

Blutbad im Depot: Warum Anleger diese Aktie jetzt panisch abstoßen

Die Adyen-Aktie stürzt zweistellig ab. Trotz solider Jahreszahlen sorgt der Ausblick für Entsetzen an der Börse.

Blutbad im Depot: Warum Anleger diese Aktie jetzt panisch abstoßen
Goldman Sachs und JPMorgan analysieren den Adyen-Crash. Umsatzprognose gesenkt, Marge stagniert. Das müssen Anleger jetzt wissen.

Der Börsenkurs kollabiert aufgrund enttäuschter Erwartungen für die Zukunft

An der EURONEXT in Amsterdam herrscht Ausverkaufsstimmung. Die Aktie des niederländischen Zahlungsdienstleisters Adyen sackte am Donnerstag zeitweise um heftige 17,87 Prozent ab und notierte bei 949,60 Euro.

Mit diesem massiven Kurseinbruch setzt sich der Abwärtstrend fort und drückt das Papier auf das tiefste Niveau seit 2023. Investoren reagieren damit extrem nervös auf die neusten Prognosen des Unternehmens.

Der Grund für die Panik liegt nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft: Adyen hat seine Umsatzprognose gesenkt. Bereinigt um Währungseffekte soll der Erlös nur noch um 20 bis 22 Prozent steigen. Zuvor hatte der Markt mit einem Anstieg von bis zu einem Viertel gerechnet.

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Solide Bilanzdaten können die Angst vor verlangsamtem Wachstum nicht kompensieren

Paradoxerweise lieferte Adyen für das abgelaufene Jahr starke Zahlen. Der Erlös kletterte währungsbereinigt um 21 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro. Das Unternehmen profitiert weiterhin strukturell vom globalen Boom bei Kartenzahlungen und E-Commerce.

Auch die Profitabilität überzeugt auf den ersten Blick. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 26 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Die Ebitda-Marge lag bei gesunden 53 Prozent.

Doch an der Börse wird die Zukunft gehandelt, und hier zeigen sich Risse. Das Umsatzwachstum hat bereits im vierten Quartal an Dynamik verloren, was Zweifel an der langfristigen Skalierbarkeit auf dem bisherigen Niveau weckt.

Großbanken warnen vor sinkenden Gewinnschätzungen und Margendruck

Die Reaktionen der Analysten ließen nicht lange auf sich warten. Während JPMorgan die Ergebnisse zwar als besser als erwartet einstufte, betonten die Experten den negativen Impact des schwachen Ausblicks.

Besonders kritisch äußerte sich Goldman Sachs. Die Experten sehen Revisionen bei den Gewinnerwartungen auf den Markt zukommen.

„Die Konsensschätzungen für den operativen Gewinn werden im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich sinken“, so Mohammed Moawalla, Analyst bei Goldman Sachs.

Zusätzlich zur Umsatzwarnung belastet die Aussicht auf eine stagnierende Marge die Stimmung. Adyen hält zwar an der mittelfristigen Prognose fest, bis 2028 eine Marge von über 55 Prozent zu erreichen, doch der Weg dahin erscheint steiniger als angenommen.

Zu den Kunden von Adyen zählen Schwergewichte wie Booking.com, eBay, Spotify und Zalando. Deren Transaktionsvolumina sind entscheidend für die zukünftige Performance des Zahlungsabwicklers.

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