29. August, 2025

Quartalszahlen

Billig-Offensive zahlt sich aus – Temu-Mutter PDD trotzt Zöllen und Konkurrenten

Rabattaktionen haben PDD im zweiten Quartal satte Umsätze beschert, doch die Margen geraten ins Wanken. Hinter dem Höhenflug der Temu-Mutter steckt ein riskanter Preiskampf, der nicht ohne Folgen bleibt.

Billig-Offensive zahlt sich aus – Temu-Mutter PDD trotzt Zöllen und Konkurrenten
Umsatz plus, Gewinn minus – PDD steigerte seine Erlöse im Quartal auf 12,42 Milliarden Dollar, doch der Nettogewinn schrumpfte um fünf Prozent auf 3,9 Milliarden.

Rabatte als Wachstumsmotor

Im zweiten Quartal steigerte PDD seine Erlöse um sieben Prozent auf umgerechnet 12,42 Milliarden Dollar. Möglich machten das aggressive Rabattaktionen, die Millionen neuer Kunden auf die Plattform lockten.

Quelle: Eulerpool

Doch der Preis ist hoch: Das Nettoergebnis sank um fünf Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar – eine seltene Delle bei einem Konzern, der Investoren in den vergangenen Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten verwöhnt hatte.

An der Börse stört das zunächst kaum. Die in den USA gelisteten Papiere des Konzerns schnellten im vorbörslichen Handel um fast zwölf Prozent nach oben. Anleger setzen offenbar darauf, dass Marktanteile langfristig wertvoller sind als kurzfristige Gewinnmargen.

Der erbitterte Preiskampf

PDD liefert sich seit Monaten ein Rennen um die Preisführerschaft im chinesischen Online-Handel. Rivalen wie Alibaba und JD.com sind längst nicht geschlagen.

Quelle: Eulerpool

JD etwa will mit der Übernahme von Saturn und MediaMarkt auch in Europa seine Reichweite ausbauen. Alibaba wiederum setzt auf neue KI-gestützte Einkaufserlebnisse, um Kunden an sich zu binden.

Für PDD bedeutet das: mehr Druck auf die ohnehin schmalen Margen. Die Rabattstrategie mag für Kunden attraktiv sein, doch die Kosten steigen, während die Gewinne schrumpfen.

Zölle belasten das Auslandsgeschäft

Ein zusätzliches Problem sind die hohen US-Einfuhrzölle, die das Auslandsgeschäft erschweren. Gerade für Temu, die Billigtochter von PDD, ist das ein Hemmschuh. Bisher setzte die Plattform vor allem auf Direktimporte aus China – ein Modell, das in Zeiten wachsender Handelsschranken teuer werden kann.

Quelle: Eulerpool

Die Reaktion: PDD setzt in den USA verstärkt auf lokale Lieferanten. Das senkt die Zolllast, bringt aber neue Herausforderungen mit sich. Qualitätssicherung, Lieferkettenmanagement und höhere Produktionskosten im Vergleich zu China könnten den Kostenvorteil schmälern.

Amazon als Endgegner

Hinzu kommt die Konkurrenz im Ausland. In den USA trifft Temu auf Amazon – den Platzhirsch mit überlegener Logistik, treuen Prime-Kunden und enormer Preissetzungsmacht. Temu punktet zwar mit extrem günstigen Angeboten, doch Fragen zu Lieferzeiten, Produktsicherheit und Nachhaltigkeit bleiben.

Analysten warnen: Billigpreise allein reichen nicht, um Amazon in den USA oder etablierte Anbieter in Europa dauerhaft zu verdrängen. Entscheidend wird sein, ob PDD sein Geschäftsmodell profitabel skalieren kann – oder ob die Rabattschlacht am Ende mehr Substanz kostet, als sie bringt.

Fazit

PDD hat mit Temu den Nerv vieler preisbewusster Kunden getroffen und präsentiert beeindruckende Wachstumszahlen. Doch die Schattenseiten sind unübersehbar: schrumpfende Gewinne, hohe Zölle, ein zunehmend gnadenloser Wettbewerb. Anleger feiern den Umsatzsprung – doch ob daraus eine nachhaltige Erfolgsstory wird, bleibt ungewiss.

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