17. Juli, 2024

Wirtschaft

Beschleunigter Netzausbau soll Stromversorgung stärken

Beschleunigter Netzausbau soll Stromversorgung stärken

Die Bundesregierung plant laut Bundeswirtschaftsministerium eine deutliche Beschleunigung des Stromnetzausbaus. Mehrere Projekte sollen vorgezogen werden, wie das Ministerium auf eine dpa-Anfrage hin mitteilte. Die 'Augsburger Allgemeine' berichtete zuerst über die geplante Änderung des Bundesbedarfsplangesetzes, die am kommenden Freitag im Bundestag verabschiedet werden soll.

Das Hauptziel der Gesetzesänderung ist es, den im Norden Deutschlands erzeugten Strom künftig schneller in den Süden und Westen des Landes zu transportieren. 'Nur durch einen schnellen Ausbau der Stromnetze können wir eine sichere Stromversorgung zu günstigen Preisen erreichen', erklärte der FDP-Energiepolitiker Lukas Köhler. Konkret betrifft die Änderung den Nord-Ost-Link, der Strom von Schleswig-Holstein nach Mecklenburg-Vorpommern transportiert, sowie den Rhein-Main-Link, der Strom aus Niedersachsen in den Süden leiten soll.

Auch die Grünen begrüßen die Pläne. 'Von dem Netzausbau werden wir alle stark profitieren', hob Ingrid Nestle, Fraktionssprecherin für Energie und Klimaschutz, hervor. Sie betonte, dass günstig erzeugter Offshore-Wind-Strom dank der neuen Großleitungen effizienter in den Süden Deutschlands und zu den industriellen Zentren geleitet werde, was die Abhängigkeit von teureren fossilen Kraftwerken verringern könne.

Im entsprechenden Gesetzesentwurf der Koalition wird die Notwendigkeit des Stromtransports über weite Strecken angesichts eines aktuellen regionalen Ungleichgewichts von Energieerzeugung und -nutzung hervorgehoben. Das Vorziehen der Projekte soll bestehende Engpässe in der Stromversorgung innerhalb des deutschen Netzes beseitigen. Der Beginn der Bauarbeiten hängt jedoch von den Plänen der Bundesnetzagentur und den Übertragungsnetzbetreibern ab. Mit der Verabschiedung des Gesetzes sei der 'Startschuss für den Baubeginn' gefallen, so Köhler.