25. Februar, 2024

Politik

Berlin wählt Bundestagsteil neu: Wahlbeteiligung hinter 2021

Berlin wählt Bundestagsteil neu: Wahlbeteiligung hinter 2021

Die Neuwahl in Berliner Teilgebieten für den Bundestag verlief trotz geringfügiger Verzögerungen weitgehend geordnet. Eine sanfte Brise der Demokratie wehte über die Hauptstadt, während sich bis Mittag 18,3 Prozent der Wahlberechtigten an den Urnen eingefunden hatten – geringer als die 26,8 Prozent im Vergleichszeitraum der Hauptwahl 2021 im gleichen Gebiet, so die Landeswahlleitung.

Unter Berücksichtigung der Wahlbezirksergebnisse aus 2021 und der neu gewählten Bezirke erreichte die Gesamtbeteiligung einen Wert von 25,4 Prozent bis zum Mittag, was einen Rückgang von zwei Prozentpunkten zum Vorjahr darstellt.

Im Fokus standen diesmal 455 der 2256 Wahlbezirke – rund ein Fünftel der Gesamtzahl. Trotz des lokalen Charakters dieser Nachwahl bleibt der Bundestag weitgehend unangetastet, da die Berliner nur 0,9 Prozent der Wahlberechtigten auf Bundesebene ausmachen. Es könnten daher bestenfalls marginale Verschiebungen innerhalb des Parlaments entstehen.

Die Erinnerungen an die Pannenwahl vom September 2021, mit langen Schlangen und fehlerhaften Stimmzetteln, scheinen noch frisch, doch wurden dieses Mal Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um das "Heilen des Fehlers“, wie Landeswahlleiter Stephan Bröchler es nannte, zu gewährleisten. Indes kam es zu zwei kleineren Zwischenfällen: In Pankow mussten Wähler aufgrund eines fehlenden Schlüssels kurz warten, während sich in Kreuzberg die Eröffnung eines Wahllokals wegen eines Unfalls eines Wahlvorstands verzögerte. Pankow erlebte ebenfalls eine ungewöhnliche Situation, als ein möglicherweise angetrunkener Wahlvorstand ausgetauscht wurde.

Eine weitere Kuriosität dieser Wahl war, dass die Stimmzettel identisch zur Wahl 2021 sein mussten und somit Kandidaten aufriefen, die aktuell nicht in ihren damaligen Funktionen oder Situationen sind. So trat die ehemalige AfD-Abgeordnete Birgit Malsack-Winkemann erneut an, obwohl sie sich gegenwärtig in Untersuchungshaft befindet, und Michael Müller, einst Regierender Bürgermeister, erschien unter dieser längst abgelegten Berufsbezeichnung auf den Zetteln.

Die Beteiligung im Detail variierte stark: von 85 Prozent in Pankow bis zu lediglich 2,9 Prozent in Lichtenberg. Bei der letzten Bundestagswahl erreichte Berlin insgesamt eine Wahlbeteiligung von 75,2 Prozent. Eine prominente Briefwählerin war dieses Mal die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Neuwahl in der Bundeshauptstadt setzt das Zeichen für ein "großes Wahljahr" in Deutschland, mit der Europawahl im Juni und mehreren Landtagswahlen im Herbst.